AutozuliefererWebasto will weiter Kurs halten

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In der Zentrale von Webasto in Stockdorf sind rund 1600 Mitarbeiter beschäftigt.
In der Zentrale von Webasto in Stockdorf sind rund 1600 Mitarbeiter beschäftigt. Nila Thiel
  • Der Autozulieferer Webasto verzeichnet erneut einen Umsatzverlust von 300 Millionen Euro auf vier Milliarden Euro im Jahr 2025.
  • Das Unternehmen strich im vorigen Jahr rund 1000 Stellen in Deutschland und beschäftigt weltweit nur noch 13 000 Mitarbeiter.
  • Webasto investiert weiter in Indien mit einem dritten Werk, während man für einen Neubau in Stockdorf noch Mieter sucht.
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Der Stockdorfer Konzern muss einen Umsatzverlust von 300 Millionen Euro verkraften. Trotzdem sieht man sich auf einem guten Weg, die Krise zu meistern. Für einen Neubau werden noch Mieter gesucht.

Von Christian Deussing, Gauting

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Der Autozulieferer Webasto befindet sich weiterhin in schwierigem Fahrwasser. Denn wie schon vor zwei Jahren ist der Umsatz erneut um 300 Millionen Euro zurückgegangen und beläuft sich laut Jahresbericht 2025 auf nur noch rund vier Milliarden Euro. Belastet wird das Umsatzergebnis unter anderem durch hohe Kosten für Abfindungen und die Sanierung des Konzerns. Webasto konnte in der Branchenkrise nur mithilfe von verlängerten Krediten sowie eines ausgehandelten Finanzpakets mit Banken, Autoherstellern und Eigentümerfamilien vor acht Monaten die Pleite noch abwenden. Man halte den Kurs und verfüge über „ausreichende Zahlungsmittel sowie ungenutzte Kreditlinien, um seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen“, versichert ein Sprecher des Unternehmens mit Hauptsitz in Stockdorf in der Gemeinde Gauting.

Mit einem harten Sparprogramm und Transformationen reagiert Webasto auf sinkende Nachfragen vor allem auch im Chinageschäft. Das Marktumfeld sei „volatil und anspruchsvoll“, was den Wettbewerbsdruck auf internationale Anbieter erhöhe, erläutert ein Unternehmenssprecher. Die Anpassung an die geänderte Marktlage führte auch dazu, dass die Firma im vorigen Jahr rund 1000 Stellen allein in Deutschland gestrichen hat und inzwischen weltweit nur noch etwas mehr als 13 000 statt 15 300 Mitarbeiter beschäftigt. Nach dem Umzug von 200 Kolleginnen und Kollegen aus Gilching, wo der Standort aufgegeben wurde, sind jetzt etwa 1600 Menschen in der Stockdorfer Zentrale tätig. Der Standort in Utting blieb erhalten, dort sind noch 230 Mitarbeiter ansässig.

Das Geschäft mit Dachsystemen, sprich Schiebedächern, ist bei Webasto mit Abstand das größte Segment. Darauf seien mit rund drei Milliarden Euro 79 Prozent des Umsatzes entfallen, so der Firmensprecher. 13 Prozent beträgt der Anteil beim „Thermo Management“ und acht Prozent bei „Battery Systems“. Zur weiteren Stabilisierung setzt Webasto zwar auf reduzierte Kosten, hielt aber nach eigenen Angaben zugleich das hohe Niveau seiner Ausgaben in der Forschung und Entwicklung – der Bereich macht mehr als sieben Prozent des Umsatzes aus.

Webasto-Chef  Jörg Buchheim will mit VolIgas und Innovationen seine Firma wieder auf die Spur bringen.
Webasto-Chef  Jörg Buchheim will mit VolIgas und Innovationen seine Firma wieder auf die Spur bringen. Nila Thiel

Laut Geschäftsbericht blieb das Umsatzergebnis in Amerika mit 28 Prozent stabil, während in der Region Asien-Pazifik ein Zuwachs um vier auf 19 Prozent erreicht wurde. Wie angekündigt, will der Autozulieferer weiter in sein Indien-Geschäft investieren und baut dort ein drittes Werk, um der wachsenden Nachfrage nach Schiebedächern mit deutlich erhöhter Produktion nachzukommen. Mit dem weiteren Standort verfolgt der Konzern die Strategie, näher an den Kunden zu sein und somit auch die Flexibilität zu verbessern. Insgesamt hat Webasto seit 2019 bereits mehr als 110 Millionen Euro in sein Indien-Geschäft investiert, dessen Volumen in den kommenden vier Jahren auf 174 Millionen Euro erhöht werden soll.

Die Etagen im Neubau „The Stock“ sind immer noch leer. Die kunstvolle Decke ist der nahen Würm nachempfunden. Das Gebäude ist mit einer intelligenten Lichtsteuerung und automatischen Beschattung ausgestattet.
Die Etagen im Neubau „The Stock“ sind immer noch leer. Die kunstvolle Decke ist der nahen Würm nachempfunden. Das Gebäude ist mit einer intelligenten Lichtsteuerung und automatischen Beschattung ausgestattet. Nila Thiel

Schon seit einem halben Jahr ist ein vierstöckiger Neubau auf dem Areal der Zentrale an der Würm bezugsfertig und technisch hochwertig ausgestattet. Doch die Kapazitäten mit einer Gesamtfläche von zirka 5000 Quadratmetern werden nun angesichts der neuen wirtschaftlichen Lage nicht mehr benötigt – bis auf den Showroom im Untergeschoss, in dem Modellautos, Exponate und serienreife Prototypen der Produktpalette zu sehen sind. Die vier Etagen darüber sollen an Firmen vermietet werden, deren Mitarbeiter die Kantine und die Tiefgarage von Webasto mitnutzen dürften. Doch die weitläufigen Büroflächen sind nach wie vor nicht vermietet. Es würden fortlaufend Gespräche mit Interessenten geführt, berichtet der Unternehmenssprecher.

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