Neuer Revierleiter in Gauting Traumberuf Förster

Wenn Markus Noack durch die Wälder streift, ist sein Hund Findus immer mit dabei. Der 28-jährige Forstoberinspektor leitet seit diesem Jahr das Gautinger Revier.

(Foto: Nila Thiel)

Kinderbücher haben in Markus Noack die Begeisterung für den Wald und die Jagd erweckt. Mit erst 28 Jahren übernimmt er nun die Leitung des Gautinger Reviers und erfüllt sich so einen lang gehegten Wunsch.

Von Michael Berzl

Für den neuen Leiter des Gautinger Forstreviers erfüllt sich gerade ein Lebenstraum. Schon als Drittklässler haben ihn die Bücher von Erich Kloss fasziniert, die von Abenteuern im Wald, von Tieren und von der Jagd handeln. "Frühling im Försterhaus" zum Beispiel oder "Im tiefen Forst: Vom Wildschwein, Hirsch und frechen Fuchs". Diese Lektüre blieb nicht ohne Folgen. Für den kleinen Bub aus Karlsfeld war klar: Er wollte Förster werden. "Das habe ich als kleiner Pimpf beschlossen und das habe ich durchgezogen", erzählt Markus Noack. Und nun ist er am Ziel. Seit Anfang des Jahres ist er Revierleiter. Mit erst 28 Jahren wohl einer der jüngsten in Bayern.

Noack hat an der Fachhochschule in Weihenstephan studiert und seinen Vorbereitungsdienst an der Forstschule in Lohr am Main absolviert. Weitere Stationen waren das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Traunstein, der Bayerische Staatsforst in Bad Königshofen und zuletzt das Amt in Holzkirchen, ehe er sich um eine Versetzung in das Gautinger Revier beworben hat. Mit dabei als treuer Begleiter ist stets der Deutsche Wachtelhund Findus. "24 Stunden", sagt Noack.

In dem kleinen Dorf Hausen im Gemeindebereich von Gauting hat der Forstoberinspektor nun sein Büro. Er löst dort Franz Jäger ab, der für ein Jahr aushilfsweise das Revier geleitet hat und nun zurückkehrt ins Landwirtschaftsamt in Weilheim. Zum Zuständigkeitsbereich gehören Wälder in privater und kommunaler Hand in den vier Gemeinden Gilching, Weßling, Gauting und Krailling mit einer Gesamtfläche von gut 3600 Hektar.

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"Es ist schon etwas anders, als ich es mir vorgestellt habe", sagt Noack. Jetzt hat er es weniger mit heiler Welt im grünen Tann zu tun wie in den Kinderbüchern von Erich Kloss, sondern mit Förderanträgen und Vegetationsgutachten, die als Grundlage für die Abschusspläne für die Jäger dienen. Mit der Jagd kennt sich der neue Revierleiter selbst gut aus, denn es ist seine große Leidenschaft. "Das macht so viel Freude. Man tut dem Wald etwas Gutes und man hat gutes Fleisch", schwärmt er. Wenn er selbst kocht, kommt bei ihm am liebsten nur Wild auf den Tisch. Seine Pirschreviere, wie das in der Fachsprache heißt, hat er bei Holzkirchen und im Bergwald bei Bad Wiessee. Für den weiten Weg zur Pirsch wird er allerdings nun weniger Zeit haben.

Sein größtes Problem wird der Borkenkäfer sein, der nach wie vor große Schäden anrichtet. Gerade im Bereich der Münchner Schotterebene mit großen Fichtenmonokulturen seien viele Bäume befallen. Als "Katastrophengebiet" bezeichnet Interims-Revierleiter Jäger das Fünfseenland. Die Ausmaße der Schäden nach dem Sturm Niklas vor drei Jahren seien dort besonders groß. Immer noch klaffen riesige Lücken, die möglichst bald neu bepflanzt werden müssen, möglichst nicht wieder mit Fichten. In diese Richtung zu beraten, ist eine der Aufgaben von Noack.

Die Eigentumsverhältnisse in seinem neuen Zuständigkeitsbereich sind im Privatwald recht kleinteilig. Es seien fast tausend einzelne Besitzer, berichtete Stephan Gampe vom Landwirtschaftsamt bei der Vorstellung des neuen Revierleiters. Diese vielen Besitzer hoffen nun, dass Noack recht lange bleibt. Sie hatten es in der Vergangenheit sehr oft mit wechselnden Ansprechpartnern zu tun. Innerhalb von zehn Jahren wurde die Stelle in Hausen sieben Mal neu besetzt.

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Aber Noack will bleiben, das hat er fest vor. Schon seiner Freundin zuliebe, die von hier aus einen kürzeren Arbeitsweg nach München hat; ihre Eltern kommen aus Pöcking. Als großes Problem erweist sich für den Förster vor allem die Suche nach einer geeigneten Wohnung.

Im Sommer schließt sich für Noack ein Kreis. Im Juli finden für Hunderte Schüler aus dem Landkreis Starnberg wieder die Walderlebnistage statt. Förster Noack wird versuchen, den Drittklässlern spielerisch zu vermitteln, welchen Wert und welche Bedeutung dieser Lebensraum hat. Vielleich erweckt er dann bei einem der Buben und Mädchen den Traum, selbst einmal für ein Forstrevier zuständig zu sein.

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