Vorbereitungen für den Abbruch Kahlschlag beim Wunderl-Grundstück

Die Eschen hinter dem alten Bauernhof sind gefällt. Nun ist der Platz frei für Grabungen. Das Grundstück erstreckt sich von der Starnberger Straße bis hinunter zur Würm.

(Foto: Nila Thiel)

Die Gemeinde Gauting bereitet die Fläche an der Ortsdurchfahrt für archäologische Grabungen vor. Später soll der alte Bauernhof abgerissen werden. Was dort künftig passiert, ist noch ungeklärt.

Von Blanche Mamer

Beim alten Wunderl-Hof an der Starnberger Straße in Gauting sieht es nach Arbeit aus. "Es tut sich was", vermuteten Passanten, als schweres Gerät zum Fällen von Bäumen angefahren wurde. Als erster fiel ein ausladender Holunderbaum bei einer Scheune. Dann wurden zwölf Eschen bei dem Bauernhaus und dem Wohnhaus daneben gefällt. Zudem ist das ganze Gelände, das bis an die Würm reicht, von Büschen und Sträuchern befreit worden. Das Gebäude soll abgerissen werden, ein Termin steht aber noch nicht fest. Wie das etwa 3000 Quadratmeter große Grundstück künftig genutzt wird, ist noch offen.

Bei den Fällen der Bäume sei das Rathaus an die Frist bis Ende Februar gebunden. "Die Arbeiten müssen erledigt sein, bevor die Brutzeit der Vögel beginnt", erklärte Rathaussprecherin Charlotte Riebold am Donnerstag. Das Grundstück wurde freigeräumt, damit dort Archäologen mit Bodenuntersuchungen beginnen können. Dass die Gemeinde dort so bald wie möglich mit Grabungen beginnen will, ist der Erfahrung mit einem Grundstück am Krapfberg geschuldet, das ebenfalls der Gemeinde gehört. Dort verzögern Funde von Gräbern aus der Zeit der Bajuwaren die Verkaufsverhandlungen. "Das Landesamt für Denkmalpflege schätzt die Grundstücke an der Starnberger Straße in Bezug auf mögliche Funde als hochsensibel ein", betonte Riebold.

Die alten Gebäude, die schon lange leer stehen, hätte die Gemeinde gerne schon im vergangenen Jahr abreißen lassen, bisher sind die Arbeiten nach Aussage der Rathaussprecherin aber noch nicht einmal ausgeschrieben. Das Rathaus arbeite an einem Bebauungsplan für das Gelände. "Aber das eilt nicht. Die Gemeinde will sich Zeit lassen und sich keinen Druck machen. Es hat schon so viele Gespräche gegeben, doch bis jetzt ist noch keine Entscheidung gefallen", erklärt die Sprecherin. Dabei hatte die CSU-Fraktion bereits vor zwölf Jahren zur Eile gedrängt und den Antrag gestellt, dass ein Projektentwickler beauftragt und die Vermarktung vorangetrieben werden müsse. Da war Brigitte Servatius (SPD) noch Bürgermeisterin.

Den Wunderl-Hof hat die Gemeinde zusammen mit einigen Feldern und weiteren Flächen im Jahr 2004 nach langen Verhandlungen von einer 13-köpfigen Erbengemeinschaft gekauft. Sämtliche Grundstücke stammen aus dem Erbe von Otto Wunderl, der ohne direkte Nachkommen gestorben war. Dazu gehört außer dem Bauernhof mitten im Ort und dem Grund bis zur Würm auch ein Wohnhaus mit Garten direkt daneben, außerdem ein Grundstück an der Pötschener Straße, das als Bauland verwertet werden kann, ein Waldgrundstück am Rand von Pentenried, mehrere Felder im Grubmühler Feld und einige Felder und Wiesen außerhalb des Gemeindegebiets. Schon damals war ein Bebauungsplan für das Gebiet an der Starnberger Straße in Auftrag gegeben, doch die Ausarbeitung ruhte.

In der Vergangenheit gab es schon eine Reihe von Ideen und Überlegungen für das zentral gelegene Grundstück, die von einer neuen Gemeindebibliothek plus Seniorenwohnungen mit Caféterrasse an der Würm, einer Mischnutzung mit Wohnungen und Geschäften bis hin zu einer exklusiven Seniorenresidenz reichte, die ein amerikanischer Investor planen wollte. Im Rathaus hatten sich zahlreiche Kaufinteressenten gemeldet.