Volksbegehren Protest gegen Versiegelung

Grüne sammeln Unterschriften gegen "Flächenfraß"

Der Asto-Park am Sonderflughafen Oberpfaffenhofen wird ständig erweitert; die Gemeinde Gauting plant ein Gewerbegebiet im Trinkwasserschutzgebiet und im Bannwald; auch Weßling will sein Gewerbegebiet Argelsrieder Feld kräftig ausbauen. Schon seit langem warnen die Grünen vor "Flächenfraß", wie sie die Versiegelung der Landschaft nennen. Da nicht nur im Fünfseenland die Landschaft immer weiter zugebaut wird, sondern in ganz Bayern, haben die bayerischen Grünen beschlossen, ein Volksbegehren gegen den Flächenverbrauch zu initiieren.

"Angesichts der dramatischen Entwicklung und der Pläne der CSU-Regierung, die Ausweisung neuer flächenfressender Gewerbegebiete noch mehr zu erleichtern, sehen wir uns gezwungen, die Notbremse zu ziehen", sagte Ludwig Hartmann, Fraktionschef der Landtags-Grünen laut einer Pressemitteilung.

Dem kann sich nur Kerstin Täubner-Benicke anschließen. Die Sprecherin des Kreisverbands Starnberg und Bundestagskandidatin sieht auch den Landkreis Starnberg vom "ungezügelten Flächenverbrauch" betroffen. "Wir erleben eine rasante Zunahme des Flächenbedarfs. Immer neue Gewerbegebiete werden geplant, ausgewiesen oder vergrößert - Gilching-Süd, Unterbrunner Holz, Krailling, Wieling, Schorn, und dann werden auch noch Umgehungsstraßen in unsere einmalig schöne Landschaft gesetzt. Unsere Heimat verliert so mehr und mehr ihr Gesicht!" Sie weist auch auf die Pläne für die Seefelder Klinik hin, gegen die derzeit ein Bürgerbegehren initiiert wird. "Das Bürgerbegehren in Seefeld ist eine Blaupause für das bayernweite Begehren zum Stopp des Flächenfraßes."

Die Grünen sehen sich auch durch Zahlen bestätigt. Laut einer jüngst veröffentlichten satellitengestützten Erfassung der Bodenversiegelung in Bayern, dem Versiegelungsatlas, nahm die Versiegelung im Landkreis seit dem Jahr 2000 um 511 Hektar zu. Die versiegelte Fläche pro Einwohner - also die Pro-Kopf-Flächenversiegelung - liege im Landkreis bei 207 Quadratmeter. Dieser Wert ist laut Atlas aber noch sehr günstig. Der bayerische Durchschnitt liegt bei 330 Quadratmeter.