Volksbegehren Artenvielfalt Bienchen, summ' herum

Der Andrang auf die Rathäuser ist groß. Der Kraillinger Künstler Josepf Zintl malt ein Transparent

Von Carolin Fries, Krailling

Wenn Joseph "Tscho" Zintl malt oder werkelt, dann immer, um etwas zu sagen. "Einfach so eine Landschaft abmalen, des bin nicht ich", sagt der Kraillinger. Lieber pinselt er Bienen im Anflug auf eine bunte Wiese mit schweren Honigtöpfen im Schlepptau. "Rettet uns, dann retten wir Euch!" hat er darüber geschrieben. Den Slogan habe er sich selber ausgedacht, nachdem ein befreundeter Imker ihn zuletzt nur noch "mit Negativ-Informationen beglückt" habe. Mit dem drei Meter breiten und einem Meter hohen Transparent, das er mit wetterfesten Acrylfarben auf eine Lkw-Plane gemalt hat, will Zintl für das Volksbegehren zum Artenschutz werben.

Seit Donnerstag liegen die Eintragungslisten für "Rettet die Bienen!" in den Rathäusern aus. Im Bürgerbüro Stockdorf erschienen gleich um acht Uhr Vertreter des Gautinger Aktionsbündnisses um die Grünen-Landtagsabgeordnete Anne Franke, schnell seien die ersten 26 Unterschriften zusammengekommen, berichtet Sprecher Jürgen Schade. Auch aus Starnberg, Pöcking, Feldafing, Krailling und Berg kamen die Berichte der Erstunterzeichner.

In Krailling hat der Gemeinderat am Dienstagabend beschlossen, Zintls Transparent am Paulhanplatz im Ortszentrum aufzuhängen. Obendrein gab es von den Kommunalpolitikern einen Applaus für den Kraillinger Künstler. "Der Gedanke war, nicht immer zu warten, bis die anderen was machen", sagt Zintl. Sondern bei sich selbst anzufangen. Der gelernte Repro-Fotograf und Druckvorlagenhersteller erzählt, schon immer ein künstlerisches Gespür gehabt zu haben. "Als Kind habe ich die Küchenwände angemalt." Inzwischen transportiert er politische oder zeitgeschichtliche Aussagen über seine Arbeiten. "Bei den Bienen hat es gleich im Kopf gebrodelt." Wichtig ist für ihn, dass die Politik großen Agrarkonzernen Einhalt gebietet und kleinere Betriebe stärker fördert.

Bis Mitte Februar soll das Transparent in Krailling hängen. Dann endet die Eintragungsfrist in den Rathäusern. Zintl hofft, mit seiner Werbung ein paar Kraillinger bewegen zu können, sich in die Unterschriftenlisten einzutragen. Er selbst hat das selbstverständlich auch vor. Zwischen seinen vielen Hobbys und ehrenamtlichen Engagements. Nebenbei dreht er Filme, segelt oder restauriert in Stralsund einen alten Dreimastsegler. Auch im Alter könne man noch eine Menge leisten. Bloß keine Langeweile, meint er.