Verregneter Sommer:Donnerwetter

Wechselhaftes Wetter 2021; Heute so, morgen so:

Von wegen Hundstage: Bisher ist der Sommer eine einzige Enttäuschung, über dem Starnberger See zieht eine Unwetterfront nach der anderen auf.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Der Juli war nass, sehr wechselhaft - und dennoch zu warm

Von Armin Greune, Hohenpeißenberg

Ein Schauer folgt auf den anderen: Daran soll sich auch in den nächsten Tagen wenig ändern. Gefühlt ist der Sommer 2021 für viele ein Totalausfall - ganz zu schweigen von denen, die direkt von Sturmschäden, Starkregen und Überschwemmungen betroffen waren. Doch abgesehen vom extrem hohen Unwetterpotenzial entspreche das Wetter heuer "eigentlich einem typischen mitteleuropäischen Sommer", sagt Siegmar Lorenz, Wetterbeobachter auf dem Hohen Peißenberg. Er sieht einmal mehr die Siebenschläferregel bestätigt, nach der die Wetterlage Ende Juni/Anfang Juli das Geschehen der folgenden Monate bestimmt: Seinerzeit habe sich das Azorenhoch weit nach Westen zurückgezogen, in der Folge "sollte sich ein stabiles Sommerhoch über Deutschland nicht einstellen".

Nachdem schon Ende Juni im Fünfseenland lokale Starkregen zu beobachten waren, setzte sich auch im Juli das nasse, sehr unbeständige Wetter fort. Am Observatorium auf dem Hohen Peißenberg fielen den gesamten Monat über 230 Liter pro Quadratmeter Niederschlag (rechnerisch Millimeter), was 144 Prozent des langjährigen Julimittelwerts entspricht. An der ältesten Bergwetterwarte der Welt blieb es heuer nur an acht Julitagen trocken, an elf Tagen gingen dort Gewitter nieder. In der ersten Dekade gab es nur einen einzigen niederschlagsfreien Tag, es fielen bereits 116 Millimeter Regen; besonders heftig schüttete es am 6. und 8. Juli. Nach einem Zwischenhoch um den 20. Juli lenkte ein Tief über Südwestfrankreich heiße Luft nach Bayern, was vor allem im Südosten des Freistaats zu verheerenden Unwettern führte.

Auf dem Hohen Peißenberg wurden in der dritten Dekade immerhin fünf Tage mit mehr als zehn Stunden Sonnenschein registriert, mit 198 Stunden wurden im Juli nur 86 Prozent des langjährigen Mittels erreicht. Und doch blieb der wolken- und niederschlagsreiche Monat temperaturmäßig über dem Durchschnitt: Mit 15,7 Grad fiel er um 0,7 Grad wärmer aus, als die Statistik erwarten ließ.

© SZ vom 06.08.2021
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