Süddeutsche Zeitung

Verkehrssicherheit:Auf der Radlstraße durch Seeshaupt

Gemeinde will Teilstück der neuen Ortsstraße auf Probe umwidmen

Die schnelle Runde um den See ist bei Radfahrern überaus beliebt - das Nadelöhr am Südende aber eher nicht. An schönen Sommertagen ist die Seeshaupter Ortsdurchfahrt für Radler und Autofahrer oftmals eine Herausforderung. Für einen separaten Radweg fehlt aber schlicht der Platz. Ein bisschen Erleichterung wird jetzt in der Tutzinger Straße geschaffen. Die bisherige Staatsstraße wurde nach dem Neubau zur Ortsstraße herabgestuft. Auch hier ist an einen Radstreifen nicht zu denken, auch wenn im Sommer die Situation durch parkende Badegäste noch zusätzlich verschärft wird. Der Gemeinderat hat nun beschlossen, auf dem Stück bis Seeseiten eine Fahrradstraße auszuweisen. Grundsätzlich dürfen hier nur Fahrräder und sogenannte Elektrokleinstfahrzeuge fahren, also Pedelecs und e-Scooter. Ein Zusatzschild erlaubt die Durchfahrt auch für Autos und Motorräder, die Grundstücke sind somit für Anwohner, Besucher und Lieferanten weiter erreichbar. Prinzipiell gilt Tempo 30, die Radfahrer dürfen ausdrücklich auch nebeneinanderfahren und von Autos nicht behindert werden. Polizei und Landratsamt seien skeptisch, berichtete Bürgermeister Fritz Egold (CSU) im Gemeinderat, die Verwaltung schlage deshalb eine Einrichtung auf Probe vor. Für Schilder, Pfosten und Straßenmarkierungen fallen 4600 Euro an, ein Rückbau wäre problemlos möglich.

Bernd Habich (PfB) gab zu bedenken, dass die Parksituation damit noch nicht gelöst sei. Die Räte stimmten einer zweijährigen Probephase zu, nach der Datenauswertung soll dann über die dauerhafte Einrichtung entschieden werden.

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Quelle:
SZ vom 20.11.2020 / kiah
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