Vor den Schulen in Tutzing darf nur noch Tempo 30 gefahren werden. Das hat das Landratsamt nun doch genehmigt. Auch auf der Bahnhofstraße soll künftig die Geschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde reduziert werden. Darauf einigte sich der Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss am Dienstag. Bürgermeisterin Marlene Greinwald hatte auf dem Bürgerforum die Kehrtwende des Landratsamts bekannt gegeben. Die Behörde hatte den Vorstoß stets abgelehnt. Nun sei die Geschwindigkeitsbegrenzung damit begründet worden, dass sie aufgrund der hohen Schüleranzahl gerechtfertigt sei, sagte Greinwald. Künftig gilt Tempo 30 an der Hauptstraße zwischen Gröberweg und Schlösserweg, von Montag bis Freitag jeweils von 7 bis 17 Uhr.
Über den Antrag der Grünen, wonach an der Bahnhofstraße sowie in allen Nebenstraßen zwischen Hauptstraße und Bahnhof eine Tempo-30-Zone eingerichtet werden sollte, hat der Ausschuss eingehend diskutiert. Verkehrsmessungen an acht Wochentagen im Dezember hatten ergeben, dass die Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern nur relativ selten überschritten wird. Von insgesamt 64 693 Fahrzeugen an der Hauptstraße fuhren nur 987 zu schnell. Das sind 1,7 Prozent. In der Bahnhofstraße fuhren von insgesamt 25 283 Fahrzeugen nur 100 zu schnell. Das sind 0,41 Prozent. Allerdings gab es nach Angaben der Bürgermeisterin zwei Fahrzeuge, die mit mehr als Tempo 100 deutlich zu schnell fuhren. Sie vermutete, dass es sich bei diesen "Ausreißern" in der Nähe des Krankenhauses um Rettungsfahrzeuge handelte.
Über eine Geschwindigkeitsbegrenzung in der Bahnhofsstraße war sich das Gremium grundsätzlich einig, nicht aber über eine Tempo-30-Zone. Der Vorteil einer Zone ist laut Bernd Pfitzner (Grüne), dass nur wenige Schilder notwendig sind und in dem gesamten Bereich mit neun Nebenstraßen Rechts-vor-Links gilt. Das würde für klare Verhältnisse sorgen, so Pfitzner. Die Polizei hatte sich gegen eine Zone ausgesprochen, denn dann könnten die Busse ihre Fahrpläne nicht einhalten. Eine Tempo-30-Zone wurde vom Ausschuss abgelehnt. Die sei während des Straßenumbaus kontraproduktiv, sagte Greinwald. Eine endgültige Entscheidung trifft aber der Gemeinderat.
