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Verkehr:Test für den Starnberger Tunnel

Für die Vorbereitung des "Düsenstrahlverfahrens" muss die B2 am Montag und Dienstag kurz gesperrt werden

Von Manuela Warkocz, Starnberg

Am Tunnel Starnberg soll in zwei Bereichen das sogenannte Düsenstrahlverfahren angewendet werden. Dazu richtet das Staatliche Bauamt Weilheim auf der Grünfläche neben McDonald's ein Testfeld ein, um in den Sommerferien Testreihen zu machen. Im Vorfeld fällt in der Münchner Straße an diesem Montagabend zwischen 20 und 21 Uhr eine Fahrspur Richtung Weilheim weg, am Dienstagabend wird es zwischen 20 und 24 Uhr zu zwei Vollsperrungen kommen.

"Für den Bau des Tunnels Starnberg gibt es zwei Anwendungsfälle für das sogenannte Düsenstrahlverfahren (DSV)", wie Raphael Zuber, Abteilungsleiter für Tunnelbau am Staatlichen Bauamt Weilheim erklärt. "Zum einen ist eine Stabilisierung des Baugrundes in beiden Portalbereichen für einen sicheren Tunnelbau erforderlich. Zum anderen ist dieses Verfahren im Bereich des Nordportals zur Verfestigung der Seetone im Untergrund unabdingbar erforderlich." Seeton ist ein weiches und unbeständiges Material, das Bauwerke zum Absacken bringen kann. Mit Beginn der Sommerferien vom 27. Juli an soll das DSV-Testfeld ganz bewusst in unmittelbarer Nähe des Nordportals entstehen, da dort die Bodenverhältnisse denjenigen des späteren Tunnelbaus entsprechen.

Ziel des DSV-Testfeldes ist es, detaillierte Vorgaben für die Ausschreibung und Ausführung der nachfolgenden Hauptbaumaßnahme machen zu können, um dadurch Kostensicherheit zu erlangen. Die sofortige Prüfung vor Ort ermögliche, das Verfahren optimal auf den Seeton in Starnberg anzupassen. Hierzu würden in den nächsten Wochen auf dem Testfeld zur Erstellung jeder Säule Düsendruck, Vorschnitt, Zementgehalt und Ziehgeschwindigkeit verändert und die Auswirkungen beobachtet. Die geplanten Testsäulen werden ausschließlich im Seeton ausgeführt. Das Grundwasser werde nicht beeinflusst. Um dies sicherzustellen, seien vorab Untersuchungen gemacht worden, mit deren Hilfe die genaue Tiefenlage des Seetons etwa acht bis 22 Meter unter der Geländeoberkante gefunden worden sei.

Beim Düsenstrahlverfahren handle es sich "um ein getestetes und bewährtes Verfahren, das zur Bodenverfestigung eingesetzt wird". Um Masten für das Testfeld aufzubauen, fällt am Montagabend im Kreuzungsbereich der B 2 mit der Leutstettener Straße etwa eine Stunde lang eine Spur Richtung Weilheim weg. Zudem sind zwei etwa viertelstündige Vollsperrungen am Dienstagabend vor dem Testfeld am Schnellimbiss unabdingbar. Es wird empfohlen, diesen Bereich zu umfahren. Eine Umleitung gibt es wegen der kurzen Sperrzeit nicht. Die Zufahrt zur Rheinlandstraße aus der B 2 wird von Samstag, 25. Juli, bis 6. September gesperrt. Polizei und Gymnasium sind nach der aufgehobenen Einbahnregelung über die Ferdinand-Maria-Straße erreichbar. Während der Testreihe wird ein Teil der Rheinlandstraße als Lagerfläche für die nötigen Gerätschaften genutzt.

Für Fußgänger und Radfahrer ergeben sich, so das Bauamt, keine Einschränkungen.

© SZ vom 20.07.2020

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