Verkehr Parkplatznotfall Klinikum

Kaum ein Durchkommen ist tagsüber an der Oßwaldstraße vor dem Starnberger Klinikum - auch nicht für Rettungsfahrzeuge.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Am Starnberger Krankenhaus gibt es viel zu wenig Stellplätze für Patienten und Besucher. Bald könnte sich die Situation aber entschärfen, wenn das Gelände östlich der Zeppelinpromenade umgebaut wird.

Von Peter Haacke, Starnberg

Einen Parkplatz in Nähe der Starnberger Kreisklinik an der Oßwaldstraße zu finden, gleicht zuweilen einem Glücksspiel: Stellplätze in den Kernzeiten zwischen neun und 16 Uhr sind Mangelware. Das vorhandene, aber viel zu kleine und überdies marode Parkdeck mit insgesamt 147 Plätzen, von denen einige permanent gesperrt sind, ist zumeist ausgelastet. Die Folge: Viele Patienten und Besucher stellen ihre Fahrzeuge oft bis zur Kreuzung an der Hanfelder Straße ab, missachten Halteverbote, behindern Rettungsdienste und verursachen Verkehrsprobleme. Nun aber gibt es Hoffnung: Von September an, so erwartet es die Klinikleitung, könnte der bislang "wilde" Parkplatz östlich der Zeppelinpromenade nach Umbau dauerhaft mit 157 Stellplätzen Patienten, Personal und Besucher zur Verfügung stehen.

Seit Jahren schon dringen die Klinikleitung und der Landkreis auf Erweiterung der Kapazitäten durch ein neues, größeres Parkdeck. Daran geknüpft sind weitere Zukunftsprojekte: die Erweiterung der Kinderklinik, ein Neubau der Intensivstation sowie ein neues Haus für die Verwaltung. Denkbar ist auf dem weitläufigen Klinikgelände laut Stadtrat Otto Gaßner (UWG) auch der Bau von Wohnungen für Klinikpersonal, um den angespannten Starnberger Wohnungsmarkt zu entlasten. Er schlägt vor, den neuen Parkplatz im Westen des Klinikums zu überbauen. Ein Beispiel hierzu findet sich in München am Dantebad. Als erster Schritt aber muss für den Neubau des bislang dreistöckig geplanten neuen Parkdecks zunächst die provisorische Parkfläche östlich der Zeppelinpromenade umgebaut werden. Der Stadtrat räumte diesem Vorhaben bereits 2015 größte Wichtigkeit ein; im Oktober 2017 beschloss das Gremium gar, das Verfahren für den erforderlichen Bebauungsplan "mit höchster Priorität" schnellstmöglich zu Planreife und Abschluss zu bringen.

Bislang aber kam das schon seit 2005 laufende Bebauungsplanverfahren nur schleppend voran, wiederholt ergaben sich Hemmnisse. Zuletzt erwies sich der Boden als unzureichend sickerfähig. Bei Starkregen, so die Befürchtung des Abwasserverbands, wäre der Kanal an der Hanfelder Straße überlastet. Zur Lösung des Problems mussten Kanäle und Rückhaltebecken unter der Parkplatzfläche eingeplant werden. Doch auch in der Nachbarschaft stieß das Vorhaben auf Widerstände. Eine Nachbarin klagte, weil die Abstandsflächen zur Vermeidung von Emissionslärm zu gering waren. Sie fürchtete nächtliche Belästigungen durch zuschlagende Autotüren und Fahrbewegungen. Stets musste das Verfahren somit erneut in die öffentliche Auslegung, wertvolle Zeit verstrich. Der ursprünglich für 2018 anvisierte Termin zum Neubau des Parkdecks musste immer wieder verschoben werden.

Nun aber dürfte wieder Bewegung in die Angelegenheit kommen: Für das Areal an der Zeppelinpromenade existiert Baurecht, seit drei Wochen liegt der Starnberger Stadtverwaltung und dem Landratsamt der Bauantrag des Klinikums vor. "Wir rechnen spätestens im Mai mit der Baugenehmigung", sagte auf Anfrage Heiner Kelbel, Geschäftsführer des Starnberger Klinikums. Die Ausschreibung der Arbeiten soll im Sommer erfolgen, im Idealfall könnte der Parkplatz mit 157 Stellplätzen bereits im September zur Verfügung stehen. Damit wäre der Weg frei für die nächsten Schritte: Abriss des alten und Neubau eines vergrößerten Parkdecks bis zum Jahr 2021. Die Kosten hierfür veranschlagt Kelbel mit etwa 1,6 Millionen Euro. Damit könnten auch die Planungen zur dringend benötigten Erweiterung der Kinderklinik wieder in Fahrt kommen.

Das Klinikum Starnberg - im Verbund mit den Krankenhäusern in Penzberg und Seefeld ein Unternehmen der Holding "Starnberger Kliniken" - versorgt nach eigenen Angaben derzeit stationär etwa 23 000 Patienten pro Jahr. Mehr als 3000 Kinder aus der ganzen Region kamen dort im Vorjahr zur Welt. Die Absicherung der Existenz des Klinikums und die Beschleunigung seines Ausbaus dürfte auch im Eigeninteresse der Stadt liegen.

Insgesamt will die Starnberger Kreisklinik in den kommenden Jahren 33 Millionen Euro investieren. Die aktuell große Hoffnung der Verantwortlichen im Klinikum besteht derzeit darin, dass der Bauausschuss der Stadt Starnberg als ersten Schritt voraussichtlich noch im Mai den Antrag zum Ausbau der Parkfläche genehmigt.