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Verkehr:Mit Tempo 30 durch Inning

Inning Verkehr

"Blitzgefährlich": Die neue Geschwindigkeitsbegrenzung soll künftig streng kontrolliert werden.

(Foto: Georgine Treybal)

Lärmaktionsplan lässt Gemeinde auf eine Geschwindigkeitsreduzierung im Ort hoffen

Lange Zeit hatte es so ausgesehen, als ob sich der größte Wunsch der Inninger nie erfüllen würde: Tempo 30 auf der Ortsdurchfahrt. Die zuständigen Behörden hatten einer Geschwindigkeitsreduzierung auf der viel befahrenen Staatsstraße, die mitten durch die Gemeinde führt, in der Vergangenheit stets abgelehnt. Doch durch den neuen Lärmaktionsplan, dessen Entwurf die Gemeinde derzeit auslegt, könnte die Angelegenheit doch noch ein positives Ende finden.

"Wir haben zum ersten Mal Tempo 30 im Landkreis aus Lärmschutzgründen angeordnet - in Inning", sagt die Sprecherin der Kreisbehörde, Barbara Beck, am Freitag. Sie spricht dabei von der Geschwindigkeitsreduzierung von 50 Stundenkilometern auf Tempo 30, wie es künftig im Bereich zwischen Mühlstraße und Triebweg gelten soll. Für diesen Teil der insgesamt 1,4 Kilometer langen Ortsdurchfahrt hatte zuvor die Regierung von Oberbayern bereits ihre Zustimmung erteilt - allerdings gilt Tempo 30 hier nur von 22 bis sechs Uhr morgens. Tagsüber darf dort noch mit 50 Stundenkilometern gefahren werden, beides soll, wie Bürgermeister Walter Bleimaier (CSU) vor kurzem in der Bürgerversammlung in Inning ankündigte, auch streng kontrolliert werden: "Blitzgefährlich" nannte er die Strecke.

Doch laut Landratsamt könnte dies nur ein erster Schritt sein: "Die Gemeinde arbeitet derzeit am Lärmaktionsplan", so Beck, "wenn das Verfahren abgeschlossen ist, wird man prüfen, was noch alles in Inning möglich ist." Den Lärmaktionsplan gibt es in der Ammerseegemeinde bereits seit 2016, er musste aber überarbeitet werden - und ist derzeit in der Auslegungsphase. Bürger können ihn noch bis zum Donnerstag, 19. März, im Rathaus einsehen oder sich auf der Homepage der Gemeinde herunterladen. Mit eigenen Verkehrszählungen und dem neuen Plan hatte die Gemeinde von Anfang an gehofft, die enorme Belastung der Anlieger durch die viel befahrene Straße belegen zu können und so Tempo 30 durchzusetzen - ein recht kompliziertes und nahezu aussichtsloses Verfahren, wenn es um eine Staatsstraße geht. "In diesem Fall konnten wir aber bereits die Schutzwürdigkeit der Bürger über die Interessen der Verkehrsteilnehmer stellen", sagt Beck.

Und es könnte gut sein, dass sich der Wunsch der Inninger nun durch den Lärmaktionsplan tatsächlich erfüllt: Denn dem Entwurf zufolge werden an der gesamten Ortsdurchfahrt die Grenzwerte des Bundesimmissionsschutzgesetzes überschritten - und auch die Lärmkarten des bayerischen Landesamts für Umweltschutz zufolge zählt Inning zu den 1300 stark belasteten Orten in Bayern.

© SZ vom 22.02.2020
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