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Verkehr in Gilching:Problemfall Römerstraße

Römerstraße voller Autos

Trotz der Westumfahrung herrscht weiterhin oft dichter Verkehr in der Gilchinger Römerstraße. Das soll sich aber ändern.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Gemeinderäte müssen feststellen, dass die neue Westumfahrung nur zögerlich angenommen wird. Jetzt will man die Hauptstraße innerorts unattraktiver machen. Eine Million Euro ist hierfür vorgesehen

Noch ist offenbar wenig davon zu spüren, dass die neue Westumfahrung von Gilching die Ortsmitte wie erhofft vom Autoverkehr entlastet. Denn die Nord-Süd-Achse der Brucker Straße und Römerstraße scheint - trotz vieler Ampeln, Kreuzungen und drohender Staus - noch immer eine attraktive Strecke zu sein. Zudem würden Lastwagen häufig die Karolingerstraße als innerörtliche Querverbindung nutzen, was Anwohner beobachtet haben.

Das zeigt Bürgermeister Manfred Walter (SPD), dass gehandelt werden muss. Die Römerstraße muss umgebaut und dadurch unattraktiver und langsamer für den Durchgangsverkehr werden. Der Gemeinderat hat dafür in diesem Haushalt eine Million Euro vorgesehen und dies in seiner jüngsten Sitzung auch genehmigt.

Die Umgestaltung solle auch im "Dialog mit den Bürgern" erfolgen, sagt Walter. Es sei notwendig, den Bereich für die Menschen attraktiver zu machen und somit die "Aufenthaltsqualität" und die Situation für Fuß-und Radfahrer zu verbessern. Die Planungen hierzu würden weiter laufen, erklärte der Rathauschef.

Geplant sind Querungshilfen und womöglich neue Vorfahrtsregeln sowie die Abzweigung vom Römerstein nach Geisenbrunn als abknickende Vorfahrt neu zu konzipieren, um den Verkehr abzubremsen. Zudem ist an weitere Bedarfsampeln gedacht.

Zu den schärfsten Gegnern der Westumfahrung, die insgesamt etwa 21 Millionen Euro der Gemeinde und dem Freistaat gekostet hat, gehört Peter Unger von den Grünen. Er kritisiert das bejubelte Umfahrungsprojekt als "klimaschädliche Investition". Er führt an, dass nur ein Bruchteil der Millionen Euro Baukosten nötig gewesen wäre, um stattdessen ein innerörtliches Bussystem, Car-Sharing, Ladestationen und ein sicheres Radwegenetz anzubieten. Allerdings will die Kommune für Radwege heuer 100 000 Euro investieren.

Auf der Projektliste der Gemeinde, in der fast 20 000 Einwohner leben, steht auch die Sanierung des Alten Schulhauses Argelsried, für das in diesem Jahr 600 000 Euro veranschlagt sind. Für den Neubau des Gilchinger Feuerwehrgerätehauses sind zunächst 500 000 Euro vorgesehen, die Gesamtkosten betragen 16,5 Millionen Euro. Das neue Gerätehaus im Ortsteil Geisenbrunn kostet laut Projektliste sieben Millionen Euro, nur 50 000 Euro sollen aber in diesem Jahr für dieses Bauvorhaben ausgeben werden.

Die finanziellen Spielräume sind in der Gemeinde wieder enger geworden, nachdem die Gewerbesteuer weniger sprudelt als angenommen. Darauf hat Kämmerin Christina Kaelcke-Gröger in der Ratssitzung hingewiesen. Die Einnahmen aus der Steuer beliefen sich auf unter zehn Millionen Euro und seien deutlich geringer als erwartet, erläuterte sie. Kritisch sei die Entwicklung bei den Rücklagen, die seit Ende 2018 von 13,1 Millionen Euro auf sechs Millionen Euro abgeschmolzen wurden - und im laufenden Jahr nochmals um vier Millionen Euro schrumpfen werden. Dennoch müsse kein Kredit aufgenommen werden, betonte die Finanzverwalterin. Die Schulden würden Ende 2020 etwa 15 Millionen Euro betragen. Der Gesamtetat beläuft sich auf 61,1 Millionen Euro und sank somit um 5,7 Prozent im Volumen.

© SZ vom 21.02.2020
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