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Verkehr:Fuß vom Gas in Feldafing

Tempo 30 gilt künftig überall, außer auf Erschließungsstraßen

Von Sylvia Böhm-Haimerl, Feldafing

Feldafing wird Tempo-30-Zone. Eine Ausnahme bilden die Erschließungsstraßen, in denen eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 40 Stundenkilometer eingeführt werden soll. Dies hat der Gemeinderat nach eingehender Debatte am Dienstag beschlossen.

Mit Blick auf eine Verkehrsberuhigung im Ort sowie eine bessere Schulwegsicherheit hatte der Gemeinderat bereits vor einem Jahr die Einführung einer Tempo-30-Zone im gesamten Gemeindegebiet beschlossen. Doch das hätte erhebliche Nachteile für die Freiwillige Feuerwehr gehabt; denn bei einem Einsatz ist es wichtig, dass die Ehrenamtlichen möglichst schnell mit ihren Privatautos das Feuerwehrhaus erreichen. Tempo 30 oder Rechts-vor-Links-Regelungen würden zu einem erheblichen Zeitverlust führen. "Auch wir müssen uns an diese Regeln halten", stellte Kommandant Dirk Schiecke klar. Sollte auf Erschließungsstraßen, wie Traubinger-, Pöckinger- oder Bahnhofsstraße, Tempo 30 gelten, schaffe es die Feuerwehr darüber hinaus nicht, innerhalb der vorgeschriebenen Zeit von höchstens zehn Minuten zum Einsatzort zu gelangen.

Das Gremium stand vor der Entscheidung Schulwegsicherheit kontra Belange der Feuerwehr. Laut Michael Keltsch (AUF) sind die Kinder insbesondere an einer Engstelle in der Traubinger Straße gefährdet. Man einigte sich schließlich auf einen Kompromiss, wonach die Geschwindigkeit auf den Erschließungsstraßen künftig nur auf Tempo 40 reduziert werden soll. Geschwindigkeitsbegrenzungen nutzen allerdings nur, wenn sie auch eingehalten werden. Darüber war sich das Gremium einig. Deshalb schlug Thomas Schuierer (AUF) zusätzliche bauliche Verkehrsmaßnahmen an den Ortseingängen vor, die den Autofahrer zur Verringerung der Geschwindigkeit zwingen. Dies könnten beispielsweise Schikanen sein, Geschwindigkeitsanzeigen oder Fahrradschutzstreifen. Schuierers Antrag, wonach die Verwaltung entsprechende Maßnahmen prüfen und die Vorschläge erneut dem Gemeinderat vorlegen soll, wurde einstimmig befürwortet.

In einem zweiten Beschluss sprach sich das Gremium zudem für eine Ausweitung der Verkehrsüberwachung aus. Bauhofmitarbeiter und BGF-Gemeinderat Helmut Gollwitzer hatte im September einen entsprechenden Antrag gestellt und ihn mit dem regelmäßigen Parkchaos in Seenähe begründet. Allerdings hatte die kommunale Verkehrsüberwachung KDZ-Oberland mehr Überwachungsstunden abgelehnt, weil derzeit zu wenig Personal zur Verfügung stehe. Das Gremium sprach sich dennoch einstimmig für eine Erhöhung von derzeit 30 Stunden pro Woche auf nunmehr 50 aus. Der Dienstleister sollte seine Mitarbeiterkapazitäten bei künftigen Planungen berücksichtigen, so die einhellige Meinung des Gremiums. Dann soll im Winter vorrangig der fahrende Verkehr überwacht werden und im Sommer der ruhende Verkehr.

© SZ vom 22.10.2020

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