Verkehr:Aktion "Sicherer Schulweg"

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Der Gemeinderat Weßling macht sich Gedanken darum, wie die Kinder von Herbst 2023 an am besten zur neuen Schule kommen. Der motorisierte Verkehr soll durch einen Kreisel auf der Hauptstraße eingebremst und die Brücke über den Steinebacher Weg saniert werden

Von Patrizia Steipe

Wie wird die künftige Verkehrsführung nach dem Schulneubau in der Gemeinde aussehen? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Ratsgremium in seiner letzten Sitzung in diesem Jahr. Schließlich soll der Schulweg für die Kinder auch sicher werden. Einstimmig beauftragten die Gemeinderäte die Verwaltung verschiedene Planungen auf den Weg zu bringen und die Baukosten abzuschätzen.

Wer aus Richtung Herrsching nach Weßling kommt, soll künftig durch eine geteilte Fahrbahn abgebremst werden. Denselben Zweck verfolgt auch ein Kreisel, der auf der Weßlinger Hauptstraße auf Höhe des Max-Dörner-Wegs errichtet werden soll. Von hier aus geht es auf die Meilinger Straße, über die die Grundschüler zu ihrer neuen Schule kommen werden. Mit etwa 250 000 Euro ist der Kreisel zwar teuer, "aber er wird hundertprozentig den Verkehr bremsen", fasste Gemeinderat Rasso von Rebay (FW) das Vorhaben in Worte. Florian Zarbo, Geschäftsführer der Gemeindewerke, hofft auf Zuschüsse in Höhe von 60 Prozent der förderfähigen Kosten aus dem Städtebauförderprogramm. "Dafür muss der Kreisel als Entrée optisch ansprechend gestaltet werden".

Sanierungsbedürftige Straßenbrücke in Weßling

Die Unterführung in Weßling ist nach fünf Jahrzehnten sanierungsbedürftig. Über diese Straße erreichen die Schülerinnen und Schüler die neue Schule (im Hintergrund).

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Während sich das Gremium bei diesen Maßnahmen weitgehend einig war, gab es längere Diskussionen um die 52 Jahre alte Brücke, die in der Nähe der Schule über den Steinebacher Weg führt. Ein TÜV-Gutachten hatte bereits 2018 erheblichen Sanierungsbedarf festgestellt. Auf Fotos wurden dem Gremium Roststellen, Abplatzungen und Feuchtigkeitsschäden präsentiert, der Zustand ist bedenklich. "Bei einer Skala von 1 bis 4 hat die Brücke eine 3,1 bekommen. Das ist alles andere als gut", erklärte Bauingenieur Michael Niederwald, der dem Gemeinderat gemeinsam mit Bauingenieur Florian Miller das Grobkonzept vorstellte. Die gute Nachricht: der Tunnel kann saniert werden.

Sanierungsbedürftige Straßenbrücke in Weßling

Auf einer Skala von 1 bis 4 erreicht die Unterführung nur den Wert 3,1.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Eigentlich hatte das Ratsgremium die Idee, einen halbrunden Wellblechtunnel in das Mauerwerk einzuschieben. Schließlich soll der Tunnel nurmehr als Geh- und Radweg genutzt werden. Doch diese Maßnahme ist komplizierter als gedacht. Zudem ergab nun ein Vergleich der Kostenschätzung, dass eine Renovierung mit 340 000 bis 410 000 Euro günstiger als der Neubau eines sogenannten Wellstahldurchlasses mit 450 000 bis 500 000 Euro wäre. Beide Maßnahmen würden voraussichtlich etwa 40 Jahre lang halten. Eine sanierte Brücke hätte zusätzlich die Option, dass größere Fahrzeuge durchpassten. Allerdings möchte das Gremium den Schulweg autofrei halten. Ein Abriss und kompletter Brückenneubau wäre die teuerste Alternative und wohl nicht unter 800 000 Euro zu haben, sagte Niederwald.

Sanierungsbedürftige Straßenbrücke in Weßling

Der Tunnel der Unterführung soll nurmehr als Geh- und Radweg genutzt werden.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Doch die Zeit drängt. Spätestens im Frühjahr 2023 müsste mit dem Bau begonnen werden, damit alles rechtzeitig zum Schulbeginn im Herbst fertig wird. Für den Bau muss jedoch die Straße mindestens ein halbes Jahr lang gesperrt werden. Einer Vollsperrung an diesem wichtigen Verkehrsknoten sah der Gemeinderat mit Horror entgegen. Die Bauingenieure sollen deswegen prüfen, ob der Brückenbau mit Umfahrung der Baustelle möglich wäre und ob jeweils eine halbe Straßenseite saniert werden könnte, so dass eine Fahrspur offen bleibt. Gemeinderat Peter Weiß (FW) griff noch eine Idee aus einer früheren Sitzung auf: Im Zuge der Renovierung könnte man die Brücke erweitern, so dass der Radweg entlang der Hauptstraße führt und Radler nicht auf den Schulweg müssten. Der Vorschlag soll jetzt geprüft werden.

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