Verarbeitung Vom Maiskolben zum Tortilla-Chip

"Alpenfex" und "Gruber" heißen die beiden alten Sorten der Eders.

(Foto: Privat/oh)

Zwei Sorten werden nach einem mexikanischen Rezept zu gesalzenen Tortilla-Chips gebacken.

In Bayern angebaut, produziert und vermarktet: Das werden die Tortilla-Chips der Familie Eder. Zwei alte Sorten Mais - eine bayerische und eine aus Tirol - lassen sie von einem Biobauern in Etterschlag auf 2000 Quadratmetern Grund dafür anbauen. Hier können die Eders sicher sein, dass ihr Mais sortenrein gepflanzt und geerntet ist. Die Kolben der Sorte mit Namen "Alpenfex" haben goldgelbe Körner, die der anderen Sorte namens "Gruber" sind entweder dunkelrot oder gemischt gelb und braun. Die dunkelroten erntet die Familie Eder mit der Hand. Die Eheleute und ihre Kinder müssen jeden Kolben öffnen, um dann zu sehen, ob es sich um einen komplett roten oder einen gemischtfarbigen handelt.

Die roten Kolben liefern die dunklen Chips und werden separat von den anderen getrocknet - zeitweise sogar in der Bernrieder Wohnstube der Eders. Die gelben trocknen in Etterschlag. Die gemischtfarbigen Kolben wandern nicht in die Tortillas. Sie bleiben stehen und werden zu Viehfutter. 800 bis 1000 Kilogramm Ertrag erhielten die Eders 2018. Den trockenen Mais lagern sie in einer angemieteten Garage und liefern ihn säckeweise nach Unterschleißheim. Ein Mexikaner fertigt ihnen die leicht gesalzenen Tortilla-Chips nach einem mexikanischen Rezept.

Es ist ein ganz kleiner Familienbetrieb, erzählt die 51-Jährige. In Tüten zu 250 Gramm (3,99 Euro) holen die Eders ihre Tortillas aus Unterschleißheim ab und verpacken einen Teil von ihnen in kleinere Tüten à 120 Gramm (2,99 Euro). Etikettiert werden sie dann bei den Eders daheim.

Doch wie baut man einen Vertrieb auf? Das Meiste läuft bei den Eders über persönlichen Kontakt. Wichtig ist für sie, ihre Produkte müssen ins Sortiment passen. In Dorf- und Hofläden sowie in Cafés der Umgebung gibt es die Chips. Auch zwei Kinos - in Penzberg und im Chiemgau - und einige selbstgeführte Edeka-Läden zählen den Kunden. Doch in der Regel hält Barbara Eder Abstand zu den großen Ketten. "Man wird dann gezwungen, zu liefern und muss Strafe zahlen, wenns mal nicht geht", sagt sie.