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Veranstaltung:Gegen die Angst

Herrsching: Schidelbeck Klinik

Ute Eiling-Hütig, Erich Schilling, Fromuth Heene (v.l.).

(Foto: Nila Thiel)

CSU in Herrsching informiert über Kriminalität

Ist das Sicherheitsgefühl einmal geschädigt, kann das verheerende Auswirkungen haben - nicht nur auf den Einzelnen, sondern auf ganze Gesellschaften. Fromuth Heene, Vorsitzende der CSU und Frauenunion Herrsching, hat in Gesprächen erfahren, dass einige Bürger sich in der Gemeinde zunehmend unwohl fühlten, sich in der Dunkelheit etwa nicht mehr in den Kurpark trauten. Doch ist diese subjektive Angst auch durch die Kriminalitätsstatistik belegt? Um ihr mit Fakten entgegen zu treten, hat Heene den Stammtisch von CSU und Frauenunion unter das Motto "Sicherheit in Herrsching" gestellt. Der Andrang am Donnerstagabend bewies, dass das Thema bei den Herrschingern auf große Resonanz stieß.

Die CSU-Landtagsabgeordnete Ute Eiling-Hütig und Herrschings Polizeichef Erich Schilling waren gekommen, um über die politische Situation und die örtliche Sachlage aufzuklären. Deutlich wurde an diesem Abend vor allem, dass ein Gefühl nicht den Tatsachen entsprechen muss. Schilling kennt die Sicherheitslage in Herrsching wie wohl kein Zweiter. Seit 2011 leitet er die Herrschinger Polizeiinspektion, zuvor war er viele Jahre als stellvertretender Hauptkommissar in der Gemeinde tätig. Aber nicht nur die Erfahrung des Polizeichefs, auch die mitgebrachten Zahlen bewiesen: ein besonders gefährliches Pflaster ist die Region nicht gerade. 4868 Strafdelikte kommen laut Statistik bayernweit auf 100 000 Einwohner. Im Landkreis sind es gerade einmal 3689, in Herrsching mit 3091 sogar noch weniger.

Dennoch zeigte Schilling Verständnis für die Verunsicherung der Menschen. Bei den Einbruchszahlen beispielsweise verzeichnete die Polizei von 2012 an tatsächlich einen sprunghaften Anstieg - ein bundesweites Phänomen. Doch die Einbrüche konnten inzwischen drastisch reduziert werden, beruhigte der Polizeichef. Die Gesamtzahl der Delikte sei jedenfalls in etwa auf dem selben Niveau wie im Jahr 2009, zwischenzeitlich lag sie gar darunter. Von einer dramatischen Zunahme der Kriminalität könne also keine Rede sein. Damit nahm Schilling auch jenen den Wind aus den Segeln, die den Zuzug von Geflüchteten mit einem Anstieg der Straftaten in Verbindung bringen wollten. Anfangs habe es zwar tatsächlich vermehrt Beschwerden gegeben, etwa von Frauen, die sich belästigt fühlten, mittlerweile könne von einer Häufung der Vorfälle jedoch keine Rede sein. Schilling schreibt dies der Arbeit der Helferkreise zu. "Wenn es zu Vorfällen kommt, handelt es sich meist um interne Auseinandersetzungen in den Unterkünften". In Herrsching jedoch käme es ausgesprochen selten zu solchen Einsätzen. Allerdings, so betonte Schilling immer wieder, könne die Polizei natürlich nur Delikte ahnden, die auch gemeldet würden.

Blieb die Frage: Woher rührt dieses Gefühl der Unsicherheit? Für viele der Anwesenden waren die Schuldigen vor allem die Presse und soziale Netzwerke, die durch die ständige Konfrontation mit Berichten über Straftaten oder andere Sensationsmeldungen zu einer verzerrten Wahrnehmung führten. Gerade deshalb sei es so wichtig, sich nicht von irrationaler Angst leiten zu lassen, sondern immer die Fakten im Auge zu behalten, betonte Heene.