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Utting:Spielplatz für alle Generationen

Utting: Summerpark

Sommer, Sonne, Summerpark: Künftig soll die Anlage am See mit Spielangeboten noch attraktiver werden.

(Foto: Nila Thiel)

Utting will einen Teil des Summerparks zum naturnahen Erlebnisbereich mit Wasserlauf umgestalten

Von Armin Greune, Utting

Dort, wo einst die umstrittenen Betonskulpturen von Bernd Dudek einer Mehrheit der Uttinger ein Dorn im Auge waren, soll im Summerpark demnächst ein naturnaher Spiel- und Erlebnisbereich für alle Generationen entstehen. Um die Anlage oberhalb des Dampferstegs zu beleben, will die Gemeinde Zuschüsse aus dem EU-Leaderprogramm beantragen. In der eigenen Finanzplanung sind im kommenden Jahr 110 000 Euro für den Mehrgenerationenspielplatz vorgesehen.

Für ein entsprechendes Konzept hatte Peter Hohenauer vom Münchener Verein "Info-Spiel" Ideen gesammelt, die in der jüngsten Gemeinderatssitzung zur Debatte standen. Bereits 2014 hatte der Pädagoge und Buchautor ("Spielplatzgestaltung, naturnah und kindgerecht") Vorschläge für einen Wasserspielplatz im Uttinger Tal des Lebens entwickelt. Auch dieses Vorhaben hätte mit Mitteln der Leader Aktionsgruppe Ammersee realisiert werden sollen. Doch letztlich scheiterten die Pläne an Altlasten aus Hausmüll, die Hohenauer bei Begehungen im Mühlbach gefunden hatte.

Im vergangenen Jahr hat der Spielplatzplaner nun mit etwa 220 Kindern - Zöglingen der beiden Uttinger Kindergärten, Schüler der Uttinger Grundschule sowie der Realschulen Dießen und Schondorf - diversen Jugendgruppen sowie Senioren des Vereins "Füreinander" in Kleingruppen Ideen für den Summerpark zusammengetragen. Unter anderem entstanden so in einem Kunstprojekt an der Dießener Mädchenrealschule 80 Modelle, die demnächst auch öffentlich präsentiert werden sollen. Darüberhinaus sei das Projekt auch "als Element des sozialen Lernens und der politischen Bildung" zu sehen, findet Hohenauer.

Ein zentraler Gedanke sei, Besuchern im Park "mehr Kontakt mit Wasser" zu ermöglichen und dabei das natürliche Gefälle zum Seeufer zu nutzen. Elemente dafür könnten eine Schwengelpumpe, Findlinge, Granit- und Holztröge, Sitzsteine und Wasserstufen sowie ein Sandkasten zum Versickern des Wassers sein. Im Flachwasserbereich des Sees wäre eine simple Kneippanlage mit Handläufen und Rampe für Rollstuhlfahrer denkbar. Weiter wurden eine Nestschaukel, Baumstämme zum Balancieren sowie Geräte zum Hangeln und Klettern gewünscht. Und eine Boccia- oder Boulebahn könnte alle Generationen beim Spielen zusammenführen. Außerdem wurde bemängelt, dass die Bänke im Summerpark mit nach hinten abfallender Sitzfläche für mobilitätseingeschränkte Senioren ungeeignet wären, sagt Hohenauer.

Die Ideen für den Summerpark hatte er zunächst dem Gemeinderat intern vorgestellt. Zur jüngsten Sitzung des Gremiums lagen drei inhaltlich identische Anträge vor, die Elemente des Spielplatzes über das gesamte Areal des Summerparks zu verteilen. Doch damit konnten sich die Gemeinderäte nicht anfreunden, weil das den Charakter der Anlage als Landschaftspark zu stark verändert hätte. Einstimmig wurde beschlossen, die Spielgeräte im etwa 1300 Quadratmeter großen "Dreieck" im nördlichen Teil des Summerparks zu konzentrieren, wo auch entlang der Seestraße Wasseranschlüsse verfügbar sind. In den übrigen Parkbereichen sollen nach den Vorstellungen des Gemeinderats bessere Sitzgelegenheiten geschaffen werden. Auf dem "Dreieck" waren jahrelang die heftig umstrittenen Betonskulpturen "Ei", "Herz" und "Labyrinth" von Bernd Dudek gestanden, bis sie nach einem Bürgerentscheid 2010 geschleift wurden.

© SZ vom 10.04.2019
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