Süddeutsche Zeitung

Kunst am Ammersee:Kollektiv übernimmt Raum B1

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Am Wochenende starten die Künstler in Utting mit einer ersten, recht besonderen Ausstellung.

Von Renate Greil, Utting

Zeitgenössische regionale Kunst am See will Joerg Staeger fördern. Er gehört zu einem Kollektiv dreier Kunst- und Kulturschaffenden aus Schondorf. Von diesem Mai an tritt er zusammen mit Fotograf Yorck Dertinger und dem Kulturschaffenden Andi Dietz die vakant gewordene Nachfolge im "Raum B1" in Utting an. Der rot gestrichene kleine Pavillon mit seinen großen Fenstern steht zentral am Bahnhofplatz. Harry Sternberg hat ihn zu einer festen Größe im Kulturleben am Ammersee und darüber hinaus gemacht. Sechs Jahre lang hat er im früheren Uttinger Fremdenverkehrsamt, ein kleiner, lichtdurchfluteter Raum mit Vorgarten, Ausstellungen, Video- und Klanginstallationen, Lesungen und Konzerte ermöglicht. Sternberg, der den Raum nun wieder abgibt, zeigte auch viel beachtete heimatgeschichtliche Dokumentationen zum Beispiel über Bert Brecht am Ammersee.

Ein Begegnungsort für Kunst und Kultur hatte Sternberg, der auch als Fotograf tätig ist, über die Jahre hier geschaffen. Diesen wollen Staeger, Dertinger und Dietz jetzt weiterführen. Multimedia-Künstler Staeger lobt die zentrale Lage, die neben Kunstinteressierten auch zufällig Vorbeikommende anzieht. Die "ehrenamtliche kulturelle Tätigkeit", die Sternberg alleine übernommen hatte, schultern sie zu dritt, erklärt Staeger. Sie starten gleich am ersten Maiwochenende mit einer ersten Kunstaktion, bei der live gezeichnet wird. Die drei Künstler, die mal solo, mal im Kollektiv arbeiten werden, setzten sich gegen vier weitere Bewerbungen bei der offiziellen Ausschreibung durch und erhielten von der Gemeinde Utting nun den Zuschlag, teilt Geschäftsleiter Matthias Graf mit.

Sowohl Einzelpersonen als auch Kollektive hatten sich beworben. Angeboten wurde ein "mehrjähriger Pachtvertrag zu sehr fairen Bedingungen", sagte Graf. Er bestätigte die gerade erfolgte Unterzeichnung des Pachtvertrages. Damit einher gehe allerdings auch die Verpflichtung, den Raum zu bespielen. Einzelausstellungen, Gemeinschaftsprojekte, Workshops, Lesungen und mehr sind angedacht, erzählt Staeger. Er hat selbst schon im Raum B1 ausgestellt, berichtet er. Dies sei aber für die Zukunft nicht geplant. Derzeit zeigt er im Schondorfer Studio Rose die Videoarbeit "Milieu-revisited".

Bei seiner ersten Veranstaltung präsentiert das Kollektiv, das noch keinen Namen hat, den Uttinger Künstler Mario Milchbrandweinstättder, der sich mit dem Thema "Macht.Kontrolle.Unglücklich?" auseinandersetzt. Er fertigt vor Ort Einstrichzeichnungen. Beginn ist am Samstag, 4.Mai, um 17 Uhr, das Ende ist offen. Die dabei entstehenden Werke werden von 5. bis 19. Mai präsentiert.

Der Raum B1 ist sonntags von 16 bis 19 Uhr geöffnet, Einblicke jederzeit durch die Schaufenster am Bahnhofplatz 1 in Utting.

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