Mehr als einen Meter hoch hatten sich die Wellen aufgebaut, der Wind peitschte teilweise mit einer Geschwindigkeit von 110 Stundenkilometern über den Ammersee: Das Unwetter, das am späten Dienstagnachmittag über weite Teile des Landkreises zog, hat in der Herrschinger Bucht schwere Schäden angerichtet. Ein Segelboot kenterte und sank, es musste von der Feuerwehr Herrsching und der Wasserwacht geborgen werden. Weil Öl ausgelaufen war, kam dabei auch das 35 Jahre alte Feuerwehrboot zum Einsatz, mit dem Ölsperren eingerichtet werden können. In Höhe des Herrschinger Gemeindestegs hat der Sturm laut Kommandant Daniel Pleyer mehrere Silberweiden und Pappeln geknickt.
Am Starnberger See war ein Segelboot auf Grund gelaufen, das sich von seiner Boje vor Leoni losgerissen hatte. Nicht unweit davon weiter lag ein zweites Boot direkt am Ufer auf Grund, dass sich ebenfalls selbständig gemacht hatte.
Mitglieder der Wasserwacht Feldafing konnten beide Boote unbeschädigt wieder befestigen. Insgesamt waren Feuerwehren des Landkreises rund 40 Mal im Einsatz. Betroffen von Sturmböen, Hagel und Regenniederschlag waren neben Herrsching insbesondere die Gemeinden Tutzing, Feldafing, Pöcking, Starnberg, Gauting und Berg, teilte Kreisbrandinspektor Anton Graf mit. Wie bereits bei den Unwettern der Vorwoche liefen erneut zahlreiche Keller und Unterführungen voll, Straßen wurden überflutet. Zudem stürzten Bäume um und blockierten Verkehrswege. Während des Unwetters kam es auf der Verbindungsstraße zwischen Traubing und Tutzing gegen 16.30 Uhr zu einem Frontalzusammenstoß zweier Fahrzeuge. Die Feuerwehren aus Traubing und Tutzing mussten zunächst diesen Einsatz abarbeiten, ehe sie sich um die Unwettereinsätze in ihrem Einsatzgebiet kümmern konnten. Das Unwetter stoppte zudem einen Linienbus des MVV: Das Fahrzeug blieb in der überfluteten Unterführung der Feldafinger Bahnhofstraße liegen.
Auch die Feuerwehren aus Starnberg, Bachhausen, Herrsching, Pöcking, Gauting, Feldafing, Berg, Allmannshausen, Machtlfing, Söcking, Wangen, Leutstetten und Kempfenhausen dürften vom Fußball-EM-Spiel nicht viel mitbekommen haben: Sie waren im Einsatz zur Beseitigung diverser Unwetterschäden.
