UnterbunnTollkühne Männer

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So witzig können Seifenkisten aussehen: mal Badewanne, mal Bett, mal Bierträger _ und immer auf Rädern. Sie alle rasten in Unterbrunn um die Wette den Hang hinab und ihre Fahrer hatten eine reisen Gaudi.

Blanche Mamer

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Beim  Unterbrunner  Seifenkistenrennen geht es hauptsächlich um den Spaß - und natürlich auch ein kleinwenig ums Gewinnen. Foto: Fuchs
Beim  Unterbrunner  Seifenkistenrennen geht es hauptsächlich um den Spaß - und natürlich auch ein kleinwenig ums Gewinnen. Foto: Fuchs STA Franz X. Fuchs

"Ich hatte so ein Grimmen im Bauch, bevor es losging", sagt der neunjährige Daniel. Romy und Amelie erging es ähnlich. Doch auf der Piste haben alle nur eines im Kopf: Die tolle Kiste gut ins Ziel bringen - und natürlich gewinnen. Für den Sieg reicht es zwar nicht ganz, aber was soll's. Seit Februar haben sie bei der Kinderfeuerwehr Unterbrunn an ihrem roten Flitzer gebaut, mit dem sie am Samstag beim Unterbrunner Seifenkistenrennen an den Start gehen. Ihr Fahrzeug "Teufelsrettung" ist so originell, dass es den Ehrenpreis gewinnt, der von den Zuschauern vergeben wird. Überhaupt ist das Spektakel, das heuer zum zweiten Mal stattfindet und bis zu 600 Zuschauer an die leicht abschüssige Strecke "Am Rain" lockt, eine echte Gaudi. "Wir haben ganz schön gezittert, wegen der Wettervorhersage", sagt Mitorganisator Hermann Geiger. "Vielleicht hält es ja bis zur Preisverleihung". Es hält - trotz des kalten Windes.

Schon lang vor Beginn des offiziellen Wettbewerbs stehen 21 Seifenkisten, bewacht von ihren Konstrukteuren, am Start. Ein paar sind erst in letzter Minute fertig geworden, wie die alte Badewanne vom Team Metz, die erst in der Früh die Dekoration aus gelben Plastikentchen bekommen hat. Manche Gefährte müssen ganz schön viel aushalten, sind sie doch sowohl in der Kategorie der "Junge Wilden" (Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre), als auch in der Klasse der "Rennsemmeln" dabei. Es gilt, möglichst schnell die Strecke von 350 Metern Länge mit zwei scharfen Kurven zu überwinden, was sich schon bei den Trainingsfahrten als echte Herausforderung erweist. So landet Hermann Geiger in der zweiten Kurve in den Strohballen und die beiden Feuerwehrfahrzeuge "Teufelsrettung" und "Flashover", die in der Erwachsenen-Runde starten, touchieren sich bereits kurz nach Verlassen der Startrampe.

Fantasie und Witz der Seifenkistenbauer sind jedenfalls grenzenlos. Da ist beispielsweise René Lüdecke, der total entspannt in seiner Ohrensessel -Maschine den Hang hinunter flitzt. Oder Moni Schönberger, Andrea Schröfel und Marile Schmid, drei Mittfünfzigerinnen, die in einer mit Stickereien verzierten Kiste mit dem Namen "Alte Schachteln Unterbrunn" ganz gut im Rennen liegen. Oder Hanna Wastian aus Oberpfaffenhofen, die für ihren Gurkenflitzer den Sonderpreis für das originellste Fahrzeug erhält, und Sebastian Schönberger, der in einem Bett auf Räder, seinem "Dreamliner", startet. Auf eine große Zukunft als Seifenkisten-Raser darf Familie Ruschig setzen: denn Sohn Luis siegt bei den Jugendlichen und Vater Robert bei den Erwachsenen.

© SZ vom 27.05.2013 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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