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Unterbrunn:Es wird eng im Feuerwehrhaus

Unterbrunn: FFW Haus - Kommandant Stefan Merkl

Hier passt auch ein größeres Löschfahrzeug rein, glaubt der Unterbrunner Feuerwehr-Kommandant Stefan Merkl. Allerdings müssen dazu Spinde und eine Treppe weg.

(Foto: Nila Thiel)

Feuerwehr bekommt ein neues Fahrzeug, was Umbauten nach sich zieht

Von Michael Berzl, Gauting

Die Feuerwehr in Unterbrunn soll ein neues Fahrzeug bekommen, hat damit aber erst einmal ein Platzproblem. Um den 8,60 Meter langen Wagen im Gerätehaus unterzubringen, müssen Spinde und eine Holztreppe weg. Als der Gautinger Gemeinderat am Dienstag über die Neuanschaffung debattiert und den Kauf schließlich gebilligt hat, kamen daher zunächst aus verschiedenen Fraktionen Bedenken zur Sprache.

Etwa 390 000 Euro kostet nach Angaben des Unterbrunner Kommandanten Stefan Merkl das HLF 20, das "Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug", wie die Bezeichnung in der Fachsprache lautet. Die Gemeinde dürfe aber mit einer Förderung in Höhe von 110 000 Euro rechnen. "Ich kann es Ihnen nur empfehlen", sagte Kreisbrandrat Peter Bauch angesichts der wachsenden Aufgaben für die Unterbrunner Retter durch Unfälle auf der Umgehungsstraße und durch das geplante Gewerbegebiet. Das HLF 20 kann 2000 Liter Wasser transportieren und damit deutlich mehr als ein Fahrzeug eine Nummer kleiner, das ebenfalls zur Debatte stand. Bisher hat die Unterbrunner Feuerwehr mit 35 aktiven Mitgliedern nur einen Mannschaftswagen für neun Personen und ein Löschfahrzeug mit 500 Litern Wasser, in dem sechs Personen Platz finden.

Es wird knapp, wenn das neue Fahrzeug kommt, das wurde in der Aussprache deutlich. Besonders der UBG-Gemeinderat Richard Eck, als Referent für Rettungswesen und Katastrophenschutz und ehemaliger Kommandant in Gauting ein ausgewiesener Fachmann in dem Metier, ist skeptisch: "Nach meinen Unterlagen ist es nicht möglich, in der Halle ein HLF 20 unterzubringen." Kommandant Merkl jedoch ist überzeugt, dass das nach einem Umbau möglich ist. Ein Antrag der Grünen, zunächst zu klären, welche Umbauten tatsächlich nötig sind, ehe eine Entscheidung über den Fahrzeugkauf fällt, wurde denkbar knapp mit 14:15 Stimmen abgelehnt.

Um solche Anschaffungen künftig systematisch planen zu können, will die Gemeinde einen Feuerwehrbedarfsplan mit Risikoanalysen für alle Ortsteile erstellen. Einem entsprechenden Antrag der Fraktion von "Piratenpartei - Menschen für Gauting" hat der Gemeinderat einmütig zugestimmt. "Es geht um Fahrzeuge, die 400 000 bis 500 000 Euro kosten, wir können aber nicht beurteilen, was wir wirklich brauchen", hatte Tobias McFadden den Antrag begründet.

© SZ vom 24.09.2020

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