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Krailling:Feuerwehrmann stirbt nach Unfall

Krailling Gautingerstraße Unfall

Kerzen und Blumen erinnern an der Unfallstelle an das Unglück. Auch die Kraillinger Feuerwehrleute haben hier ihrem Kameraden gedacht.

(Foto: Georgine Treybal)

Der 34-Jährige aus Planegg ist am Donnerstagabend unterwegs nach Hause, als ein schwerer Ast auf sein Auto stürzt.

Von Carolin Fries

"Es ist ein Schock", sagt Martin Heizer, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr in Planegg. Einer seiner Kameraden ist bei einem Unfall am späten Donnerstagabend auf der Gautinger Straße in Krailling so schwer verletzt worden, dass er am Wochenende an den Folgen seiner schweren Verletzungen starb. Der 34-Jährige aus Planegg hatte seine zwei Jahre ältere Lebenspartnerin mit dem Auto von der Arbeit abgeholt, sie waren auf dem Weg nach Hause, als gegen 22.30 Uhr auf Höhe der Sonnwendstraße ein baumstammdicker Ast auf das Autodach krachte. Das Autodach wurde zertrümmert, die Windschutzscheibe eingedrückt.

Etwa 25 Einsatzkräfte der Kraillinger Feuerwehr sowie etwa 15 Kameraden der Stockdorfer Feuerwehr waren im Einsatz. Sie befreiten die eingeklemmte Beifahrerin, indem sie das Wrack aufschnitten. Ihren Partner hatten bereits Ersthelfer aus dem Fahrzeug gezogen und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes versorgt. Die ebenfalls alarmierten Kameraden aus Planegg entband Kraillings Kommandant Marco Zickler umgehend aus dem Einsatz. "Uns war gleich klar, um wen es sich bei dem Schwerverletzten gehandelt hat", sagt er. Dennoch waren auch einige der insgesamt 110 Planegger Feuerwehrleute am Unfallort waren, darunter zwei Brüder des Verstorben. "Die ganze Familie ist bei der Feuerwehr, der Vater und seine drei Brüder", so Heizer. Der 40-Jährige kann den Verlust kaum in Worte fassen: "Er war einer von den Tausendprozentigen", habe sich auch im Trachtenverein engagiert. "Jeder hat ihn gekannt oder war mit jemandem aus seiner Familie befreundet", sagt Zickler. "Es ist ein harter Schlag für alle."

Die Einsatzkräfte aus Krailling und Planegg wurden noch am Donnerstagabend von der psychologischen Notfallversorgung betreut, die Angehörigen des Planeggers und seine Partnerin vom Kriseninterventionsteam. Die 36-Jährige wurde nur leicht verletzt und laut Heizer bereits am Freitagabend aus dem Krankenhaus entlassen. "Am Ende haben Millimeter und Sekunden entschieden", fasst er das Unglück zusammen. Er will sich in den kommenden Wochen ganz besonders um seine Kameraden kümmern. "Wir halten zusammen", sagt Heizer. "Verarbeiten aber muss das jeder selber."

© SZ vom 02.03.2020
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