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Umweltbewusstsein lernen:Kunst aus Kronkorken

Aus Müll wird Kunst; Vom Abfall zum Kunstwerk

Ein Kunstwerk aus Müll bastelt Horst-Günter Heuck (Mitte) vor dem Weßlinger Pfarrstadel mit Kindern.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Kinder sammeln Müll am Weßlinger See und werden kreativ

Aus Müll wird See, jedenfalls mit Vorstellungskraft. Unter Leitung von Gerhild Schneck-Heuck, Vorsitzende des Ortsverbands Weßling im Bund Naturschutz (BN), und Horst-Günter Heuck, emeritierter Professor, haben sich Kinder im Alter von acht bis zehn Jahren gemeinsam im Rahmen des Ferienprogramms aufgemacht, um Müll rund um den Weßlinger See zu sammeln und daraus ein Kunstwerk zu basteln. Schon bevor die Gruppe gemeinsam aufbricht, stürmen die Ersten los und sammeln eifrig Stücke direkt auf dem Hof des Pfarrstadels: "Ah, ich weiß schon was ich nehm', ich hab' schon was gefunden!", ruft ein Bub.

Während des Rundgangs entlang des Ufers erklärt Gerhild Schneck-Heuck einige Aspekte der Müllproblematik. Zum Beispiel, dass ein einziger Zigarettenstummel ganze 60 Liter Wasser verschmutzt. Für den Schüler Justus, einem Teilnehmer der Gruppe, ist das Aufsammeln auch aus ästhetischen Gründen wichtig: "Wenn überall am Ufer Müll liegt, hat man keinen Spaß mehr am Baden." Es wird gebohrt, geklebt, geknickt und vieles mehr. Das am Ende entstandene Kunstwerk zeigt den See und seine Umgebung, wenn auch eher abstrakt. So besteht das "Café am See" aus einer Glasflasche und ein Busch aus Kronkorken. Eine rotierende Vogelscheuche aus Kleinabfällen wird von einer Mini-Solaranlage angetrieben.

Die Veranstalter, das Ehepaar Schenck-Heuck, hat es aus beruflichen Gründen erst nach München und dann nach Weßling verschlagen. Er ist gebürtiger Hamburger, sie kommt ursprünglich aus Stuttgart. Obwohl Horst-Günter Heuck bald darauf in Kiel eine Professur antrat, blieb die Familie in Weßling - und der Informatiker pendelte 18 Jahre lang zu seinen Vorlesungen an der Ostsee. Jedes Jahr leitet das Paar eine Veranstaltung im Ferienprogramm der Nachbarschaftshilfe. Die Idee des Müllkunstwerks ist den Beiden gekommen, weil "Müllvermeidung sehr wichtig ist, da viel zu viel davon anfällt". Im eigenen Haushalt "kommt höchstens alle vier Wochen ein gelber Sack zusammen", sagt Gerhild Schneck-Heuck. Zusätzlich zu ihrer Arbeit beim BN und der Nachbarschaftshilfe engagiert sie sich auch im Verein "Unser Dorf". Den Kindern will sie mit ihrem Programmbeitrag vor allem Freiraum bieten, denn "Kinder sollen in den Ferien Spaß haben"