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Umwelt:Berg soll erblühen

Grüne beantragen im Gemeinderat mehr Artenschutz und eine Apfelbaumallee

Von Sabine Bader, Berg

Die gute Nachricht zuerst: Die Gemeinde Berg verzichtet gänzlich auf den Einsatz von Pestiziden. Dennoch wird in Berg viel zu wenig für den Artenschutz getan und dafür, dass sich auf den Wiesen wieder mehr Insekten tummeln, finden die drei neuen Gemeinderäte der Grünen. Sie haben es sich darum auf die Fahnen geschrieben, die öffentlichen Grünflächen in Berg sukzessive umzugestalten. Mehr Blühflächen entlang der Straßen, Fuß- und Radwege lautet ihr erklärter Wunsch, den sie in einem Antrag zusammengefasst haben. Darüberhinaus beantragen sie, Straßen zu benennen, die sich zum Anpflanzen einer Apfelbaumallee eignen.

Für die Grünen ist eines klar: Mit dem Erfolg des Volksbegehrens "Rettet die Bienen" wurden auch konkrete Handlungsanweisungen getroffen. Diese gelte es schnellstmöglich umzusetzen. Und "gerade in Anbetracht der vielen neuen Regelungen, die Landwirte zu erfüllen haben, sollte die Gemeinde Berg ein sichtbares Zeichen setzen, dass auch sie diese gesetzlichen Regelungen erfüllt", heißt es in der Begründung ihres Antrags.

Mit einer Art Bestandsaufnahme ist der Berger Bauhof in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend in gewisser Weise in Vorleistung gegangen. Betriebshofleiter Harald Born schlüsselte minutiös auf, was bisher schon geleistet wird und für welche Flächen er und seine Mitarbeiter zuständig sind: Da wären 13 Kinderspielplätze in den 15 Ortsteilen, zirka 65 Straßenkilometer und 53 Kilometer Bankettstreifen sowie neun Blühinseln. Es gelte also die Freiflächen der Kindergärten sowie der Bolz-, Spiel- und Dorfplätze ebenso zu mähen, zu mulchen und frei zu schneiden wie Bushaltestellen, Parkplätze, Verkehrsinseln und Seitenstreifen. Dies gilt auch für den Wertstoffhof, die Sternwarte, die Brunnen und den Hochbehälter. Wer Berg kennt, der weiß, dass die Gemeinde durchzogen ist von zahlreichen Wasserläufen. Auch hier müssen die Bauhofmitarbeiter regelmäßig Hand anlegen und deren Ränder freischneiden. Hinzu kommen noch alle Arten von Baumpflegemaßnahmen. Bislang gibt es in Berg laut Born neun Blühinseln - unter anderem am Brunnen Höhenrain, am Hochbehälter Aufkirchen, auf der Dammkrone des Lüßbachs und in der alten Kiesgrube am der Sibichhauser Straße.

Katrin Stefferl-Wuppermann (Grüne) machte in der Sitzung deutlich, dass ihre Partei den Bauhof nicht kritisieren wolle, sondern dazu anrege, dass sich die Mitarbeiter bei jeder Mahd überlegen sollten, ob diese für die Verkehrssicherheit nötig sei. Mit großer Mehrheit stimmten die Gemeinderäte im Grundsatz für den Antrag der Grünen, wollen sich beim Umsetzen aber fachlichen Rat holen.

© SZ vom 24.09.2020

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