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Umstrittenes Projekt:Gilching schlägt Alarm

Luftbild Awista

Die Müllumladestation soll nördlich der Lindauer Autobahn errichtet werden. Doch Gilching wehrt sich dagegen, um die Anwohner zu schützen.

(Foto: Awista/oh)

Gemeinde will zweite Müllumladestation verhindern

Die Gilchinger Gemeinderäte wollen eine zweite Müllumladestation bei St. Gilgen verhindern, das haben sie jetzt einstimmig beschlossen. Die vorgesehene Fläche liegt zwar auf Weßlinger Flur, grenzt aber direkt an Gilching. In dem Gebiet nördlich der Lindauer Autobahn befinden sich schon zwei Asphaltmischanlagen und Kiesabbauflächen. Die Anwohner seien bereits dadurch erheblich mit Abgasen und Lärm belastet, betonen die Gilchinger Grünen, deren Antrag zur Müllumladestation angenommen wurde.

Mit diesem Votum fühlt sich Bürgermeister Manfred Walter (SPD) nun bestärkt, weiterhin gegen den Bau der Umladestation vorzugehen, die das Abfallwirtschaftunternehmen des Landkreises Starnberg (Awista) in den kommenden Jahren errichten will. Damit plant das kommunale Unternehmen, sich vom Entsorger Remondis unabhängiger zu machen, der noch bis 2034 seine Anlage an dem Standort betreiben darf. Denn dann läuft der Erbbaurechtsvertrag mit dem Konzern aus. Bis dahin sollte auf den Bau einer zweiten Umladestation verzichtet und stattdessen darauf gesetzt werden, Müll zu vermeiden und die Landschaft zu schützen, heißt es in dem Beschluss.

Der Rathauschef wird auch aufgefordert, sich gegen jede Möglichkeit thermischer Verwertung von Müll auf dem Gelände auszusprechen. Denn es sei laut Awista-Satzung erlaubt, anderswo "Müll einzusammeln und zu verbrennen", sagte Rosmarie Brosig (BfG). Sie warnte vor einem künftigen "Mülltourismus" und verlangte, dass das Awista den entsprechenden Passus in seiner Satzung streiche. Um mehr darüber und die konkreten Pläne des Abfallwirtschaftsunternehmens zu erfahren, soll dessen Chef Peter Wiedemann nach Gilching eingeladen werden.

Die Gemeinde will auch mit Umwelttagen und Broschüren das Bewusstsein der Bevölkerung weiter schärfen, Müll und Plastik zu vermeiden. Es soll zudem ein "Unverpackt-Laden" etabliert werden. Angedacht ist auch ein Sozialkaufhaus, in dem günstig gebrauchte Waren gekauft werden könnten.

© SZ vom 24.01.2020
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