Umweltschutz:"Eine Woche lang maximal Tempo 100"

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Schnelles Autos? Das ist nicht mehr zeitgemäß, sagt Ulrike Bubenzer von den Gautinger "Omas for Future". (Foto: Franz Xaver Fuchs)

Ulrike Bubenzer von der Gautinger Gruppe der "Omas for Future" über Möglichkeiten, die Fastenzeit für die Klimarettung zu nutzen.

Interview von Louisa Geibel, Gauting

Mit dem Beginn der Fastenzeit startet auch der alljährliche Kampf gegen den inneren Schweinehund. Stichtag ist dieses Jahr der 2. März. Doch worauf soll man in den 40 Tagen darauf verzichten? Die "Omas for Future" aus Gauting haben einen Vorschlag für all jene, denen der Verzicht auf Schokolade oder Bier zu abgedroschen ist: "Klimafasten" - das passt auch zum aktuellen Zeitgeist. Was sich hinter der Idee verbirgt, erklärt Ulrike Bubenzer, Gründerin der Gautinger Regionalgruppe.

SZ: Frau Bubenzer, was verstehen Sie unter dem Begriff "Klimafasten"?

Ulrike Bubenzer: Es gibt zur Fastenzeit alle möglichen Modelle, worauf man so verzichten kann. Wir möchten dazu anregen, das Ganze auf das Klima zu beziehen. Das bedeutet, dass man die Herausforderung annimmt, jede Woche in der Fastenzeit einen unserer Vorschläge umzusetzen, um so dem Klima etwas Gutes zu tun - etwa durch Verzicht auf Fleisch oder zumindest durch eine Reduzierung des Fleischkonsums. Oder, indem man unverpackte Produkte einkauft. Man könnte es also auch "Klima-Challenge" nennen.

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Für das klassische Fastenverständnis ist es aber doch eher untypisch, wöchentlich auf etwas anderes zu verzichten.

Das stimmt, aber beim Klimafasten bekommt man auf diese Weise die Möglichkeit, verschiedene Dinge kennenzulernen, die man zugunsten des Klimas im Alltag ändern kann. Man kann sozusagen in jede Idee "hineinschnuppern". Zum Ende der Fastenzeit wird dann sicherlich der ein oder andere feststellen, dass da auch Vorschläge dabei waren, die man auch in Zukunft problemlos beibehalten kann.

Weshalb empfehlen Sie beispielsweise, den eigenen Kaffeeverbrauch zu reduzieren oder sogar ganz einzustellen?

Der Wasserverbrauch beim Anbau von Kaffee ist einfach enorm hoch, ebenso wie der CO₂-Ausstoß - in der Produktion sowie in der gesamten Lieferkette. Es gibt hierzulande nun mal keine Kaffeeplantagen. Der Kaffee muss daher importiert werden, danach kommt er noch in die Rösterei. Bis unser Kaffee mal im Laden ist, wird also eine große Menge CO₂ freigesetzt. Bei Kakao ist es übrigens genauso.

Sieben Tage Tempofasten lautet ein weiterer Vorschlag. Was meinen Sie damit?

Wir möchten dazu anregen, dass man eine Woche lang maximal Tempo 100 auf der Autobahn fährt. So können im Vergleich zu einer Geschwindigkeit von 130 Stundenkilometern 30 Prozent CO₂ eingespart werden. In Deutschland definieren sich viele unter anderem über die Geschwindigkeit ihrer Autos. Das ist aber einfach nicht mehr zeitgemäß. Es ist eine Gefahr für einen selbst, für andere - und es ist zudem umweltschädlich.

Halten Sie Ihre Anstöße im Alltag für leicht umsetzbar?

Ich denke, dass wir die Vorschläge nicht zu hoch angesetzt haben. Ich halte Sie für machbar. Für den ein oder anderen ist eine bestimmte Idee vielleicht schwieriger umzusetzen als die andere. Ich glaube aber nicht, dass die Anregungen jemanden in seinem Alltag zu sehr einschränken.

Alle Vorschläge zum Klimafasten können unter gauting.omasforfuture.de eingesehen werden.

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