Neuanfang in Deutschland"Nur gesund und fit müssen die Leute sein"

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Ulli Matza will vor dem Krieg in der Ukraine geflohenen Menschen die Chance auf einen Neustart geben.
Ulli Matza will vor dem Krieg in der Ukraine geflohenen Menschen die Chance auf einen Neustart geben. Franz Xaver Fuchs

Ulli Matza will Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine einen Job in seinem Gartenbaubetrieb anbieten.

Interview von Lisa Bögl, Weßling

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Die vor dem Krieg in der Ukraine geflohenen Menschen stehen derzeit vor dem nichts. Sie brauchen nicht nur eine Unterkunft, sondern bestenfalls auch Arbeit. Die EU-Staaten haben sich deshalb darauf verständigt, Kriegsflüchtlingen unbürokratisch eine Arbeitsgenehmigung zu erteilen. Doch wo gibt es Jobs für sie? Zum Beispiel bei Ulli Matza. Er hat sich dazu entschlossen, Geflüchteten in seinem Garten- und Landschaftsbaubetrieb in Oberpfaffenhofen die Chance für einen Neuanfang zu geben.

SZ: Herr Matza, welchen Job können Sie anbieten?

Ulli Matza: Ich bin Landschaftsgärtnermeister, man könnte also bei mir sogar eine Ausbildung machen. Ich bin ein kleiner Betrieb, das heißt maschinell sind wir nicht so gut ausgerüstet wie ein großer Betrieb. Da gibt es viele kleinere Gärten, wo man den Großteil mit der Hand machen muss. Gesund und fit müssen die Leute also sein. Solche Mitarbeiter braucht man. Nationalität ist bei mir nicht ausschlaggebend, solange sie arbeiten wollen. Ich bin der Welt gegenüber da sehr offen.

Werden Qualifikationen benötigt?

Ein Führerschein wäre toll. Dann müssen sie probearbeiten - und danach schaut man, wie sie ins Team passen und wie man auch sprachlich zurechtkommt. Wenn sie bisschen Englisch könnten, wäre es natürlich schön. In meinem Job kann man aber auch viel zeigen, das sind ja immer wiederholte Arbeiten. Also, wenn einer das will, dann geht das auch.

Das wissen Sie aus bisheriger Erfahrung, denn Sie haben bereits anderen Geflüchteten einen Job gegeben, richtig?

Ja, ich bin dafür ganz gut mit dem Helferverband Herrsching verbunden. Wobei ich vergangenes Jahr einen Afghanen leider verloren hab. Eine Woche bevor der Kabuler Flughafen angegriffen wurde, haben sie dem gesagt, er habe nur noch einen Monat Zeit, das Land zu verlassen. Letztlich ist er dann von selbst gegangen. Das ist auch einfach diese Unsicherheit. Der hat seit drei Jahren bei mir gearbeitet, wir waren ein Team und wir hatten, als sie ihn mir genommen haben, echt ein Tief in der Firma. Das hat sehr wehgetan.

Haben Sie sonst gute Erfahrungen mit Flüchtlingen gemacht?

Ein anderer Afghane ist seit fast fünf Jahren bei mir. Der spricht auch gut Deutsch, der begeht keine Straftat, der zahlt seine Steuern. Er ist aber auch immer noch in diesem Schwebeding, also da weiß ich auch immer noch nicht, ob er bleiben darf oder ob sie mir den auch wieder nehmen. Von der Politik her ist es echt schwierig, wobei das Leute sind, die einfach nur ihren Frieden finden wollen. Er ist ein begnadeter Landschaftsgärtner. Ich habe selten jemanden getroffen, der das so mit Herzblut und Engagement macht. Und menschlich ist er eine Seele von Mensch, ein guter Freund und ein super Mitarbeiter.

Warum ist Ihnen das Thema so wichtig?

Weil ich es sehr, sehr traurig finde. Man kann auch verstehen, dass die Leute, denen der Herr Putin ihre Freiheit genommen hat, in keinem Kriegsgebiet leben wollen. Uns geht es gut und ich habe Arbeit - und von daher gebe ich da jedem Menschen die Möglichkeit, dass er arbeiten kann.

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