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Tutzing:Wegweiser erwünscht

Der Gemeinderat soll mit den Bürgern Leitziele für den Ort entwickeln

Von Manuela Warkocz, Tutzing

Wie will sich Tutzing im nächsten Jahrzehnt entwickeln? Welche Schwerpunkte sollen gesetzt, welche Perspektiven ins Auge gefasst werden? Soll es städtebaulich grundsätzlich mehr Verdichtung geben, oder will man die alten Strukturen bewahren? Diese und eine Reihe weiterer Fragen könnten in den "Leitzielen Tutzing 2030" beantwortet werden - einem Rahmen, wie in sich etwa die Nachbargemeinde Bernried mit Bürgerbeteiligung gegeben hat. Auch in Tutzing sollen Interessierte in die Strategiediskussion einbezogen werden, ein externer Moderator soll den Leitbild-Prozess begleiten. Ein entsprechender Antrag von Wolfgang Behrens-Ramberg (Tutzinger Liste), der zunächst nichtöffentlich behandelt werden sollte, stieß bei der dann doch öffentlichen Behandlung im Gemeinderat durchweg auf Wohlwollen.

Sich nicht im Alltagsgeschäft der vielen Bauanträge verlieren, sondern anhand eines Leitfadens Einzelfallentscheidungen leichter und zügiger treffen - das nennt Behrens-Ramberg als einen der Gründe für seinen Vorstoß. Zudem ließe sich daraus ein "Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept" (ISEC) schaffen, das wiederum öffentliche Fördermittel für den Städtebau erschließen könnte. In den Genuss des ISEC-Geldsegens zu kommen, hat Tutzing bereits vor Jahren im Bereich Denkmalschutz vergeblich versucht. Man habe am Ort kein ganzes schützenswertes Ensemble, worauf das Programm abzielte, sondern viele verstreute Einzeldenkmäler, erklärte Bürgermeisterin Marlene Greinwald den gescheiterten Ansatz. Diesmal will sie auf jeden Fall aufpassen, "nicht für die Schublade zu produzieren". Dieses Schicksal teilen in Tutzing schon bezahlte Verkehrs- und Wirtschaftskonzepte.

Auf klare Ziele und Zeitpläne drang auch Thomas von Mitschke-Collande (CSU). Immerhin habe der Gemeinderat nun sechs Jahre vor sich, da lasse sich ein Paket machen. Sein Parteikollege Thomas Parstorfer will den Fokus nicht nur auf "Bau" richten; es könne auch wie in anderen Gemeinden um künftige Energieformen gehen und um Bürgerwünsche wie ein Mehrgenerationenhaus. Für Christine Nimbach (Grüne) gehört der Aspekt Nachhaltigkeit dazu. Sie regte an, Vorschläge der Agenda 21 einzubeziehen. In einem ersten Schritt beauftragten die Räte Architekt Martin Büscher einstimmig, bis Oktober einen Rahmenplan für das weitere Vorgehen zu entwerfen.

© SZ vom 04.08.2020

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