Süddeutsche Zeitung

Tutzing:Vorschläge für entspanntes Flanieren

Wie soll die Tutzinger Hauptstraße künftig aussehen? Welche neuralgischen Stellen müssen geändert werden? Dazu hat sich die Wählervereinigung Tutzinger Liste Gedanken gemacht. Nach mehreren Ortsbegehungen erstellten Mitglieder in einer wahrhaften Fleißarbeit eine 65-seitige Sammlung mit bebilderten Vorschlägen. Zusammen mit einem Antrag an den Gemeinderat, der am 3. Dezember tagt, soll die Präsentation der Anstoß sein, rechtzeitig ein Konzept für die Ortsmitte zu schaffen. Denn die Zeit dränge, wie Ratsmitglied Wolfgang Behrens-Ramberg in einem Pressegespräch betonte. Im Jahr 2017 beabsichtige das Straßenbauamt Weilheim, die Staatsstraße zu sanieren, die als Hauptstraße die Seegemeinde durchschneidet. Eine große Chance, um mit allen Beteiligten - vor allem Anliegern und Geschäftsleuten - in eine echte Ortsmitte hinzubekommen. Gerd Bittl-Fröhlich, Sprecher der Tutzinger Liste, würde sich wünschen, der Hauptstraße "den Autobahncharakter zu nehmen" und stattdessen einen "Shared Space" zu erwägen. Also einen Bereich, in dem sich Autofahrer, Fußgänger und Radler gleichberechtigt auf einer Ebene bewegen. Das funktioniere in anderen Orten gut, etwa in Bohmte bei Osnabrück. "Wir haben ja immer die Hast im Kopf, ich muss gleich wieder weg, wenn ich gerade mal einen Parkplatz ergattert habe. Wir müssen zu einem relaxten Flanieren kommen", so Bittl-Fröhlichs Ziel. Um am nördlichen Ortseingang Autofahrer abzubremsen kann sich Uli Dillmann, der Tutzinger Liste, Inseln und andere optische Bremsen vorstellen. Konkrete Schritte soll ein Verkehrsplaner mit einem Arbeitskreis aus Tutzingern formulieren. Die Planung soll, so die Tutzinger Liste, angemessen im Haushalt berücksichtigt werden.

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SZ vom 30.11.2015 / manu
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