bedeckt München

Tutzing:Verwaiste Minigolf-Anlage

Kein Ball rollt mehr auf dem Tutzinger Minigolf-Platz. Der Pächter hat gekündigt, die Gemeinde sucht nun einen neuen Betreiber. Interessenten gibt es.

(Foto: Arlet Ulfers)

In der Gemeinde wollen Interessenten einen Spielgolfplatz samt Café realisieren

Auf der verwaisten Minigolf-Anlage in der Seestraße soll sich im nächsten Frühjahr wieder was rühren. Die Gemeinde Tutzing als Eigentümerin sucht einen neuen Pächter. Mehrere Interessenten haben sich dem Vernehmen nach schon gemeldet. Eine Familie aus Wielenbach hat bereits feste Vorstellungen - sie möchte gern mit eigenen Mitteln einen attraktiven Spielgolfplatz samt kleinem Café gestalten und am liebsten sofort loslegen. Der Hauptausschuss will aber zunächst überlegen, ob die Gemeinde selbst investiert. Beim bloßen Heckenschneiden dürfte es dabei aber nicht bleiben.

Zuletzt wirkte die Anlage am Alten Volksfestplatz im Süden Tutzings ziemlich heruntergekommen. Diesen Sommer war nichts mehr los, was nicht nur an Corona, sondern auch am Pächter gelegen haben dürfte. Dieser hatte den Pachtvertrag im Sommer gekündigt. Telefonisch von der SZ auf die Gründe angesprochen reagierte er unwirsch: "Des ist mir alles herzlich wurscht." Er wolle nichts öffentlich "breittreten".

Motiviert und voller Ideen wirkt dagegen das Paar aus Wielenbach, das die kurze Debatte im jüngsten Hauptausschuss um die Zukunft des Minigolf-Platzes persönlich verfolgte. Man suche schon lange nach einer Möglichkeit, eine moderne Spielgolfanlage samt kleiner Einkehrmöglichkeit zu realisieren, sagen sie nach der Sitzung, wollen ihren Namen aber lieber noch nicht in der Zeitung sehen. Ähnlich wie beim SC Percha 1960 schwebt ihnen eine Golfanlage im Kleinformat vor. Nahe Starnberg kann man seit 2011 auf Kunstrasen ähnlich wie beim richtigen Golf auf einer 18-Loch-Anlage spielen. Die Bahnen darf man ausdrücklich betreten und wird nicht - wie bei den Betonbahnen - energisch verjagt. "Auch sonst ist manches anders als beim herkömmlichen Minigolf", wie der Verein in Percha auf seiner Homepage betont. Statt den Ball durch eiserne Tore zu schleusen oder in Fangnetze zu katapultieren, gehe es hier darum, Felsbrocken auszuweichen, Holzhindernisse und Sandhaufen zu umspielen und dafür zu sorgen, dass der Ball elegant ins Loch gehe. So eine kleine grüne Sportgolfanlage hat ihren Preis. Die Wielenbacher Interessenten kalkulieren mit etwa 50 000 Euro. Mutter und Tochter, letztere kommt aus der Hotellerie und Gastronomie, würden das Angebot gern mit einem kleinen Café bereichern. Darüber könnten sich auch Radler und Spaziergänger freuen.

© SZ vom 21.10.2020 / manu

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite