Die Eigentümer des Andechser Hofes in Tutzing, Kornelia und Georg Schuster, wollen vorerst nicht mehr das moderne Wirtshaus-Projekt mit Saal, Biergarten und Wohnungen im Ort verwirklichen. Die Absage erteilten die Eheleute in einem Brief an die Gemeinderäte. Die Eigentümer beklagen, dass seitens der Gemeinde das Genehmigungsverfahren unnötig in die Länge gezogen worden sei und man die notwendige Unterstützung in den vergangenen Jahren "sehr vermisst" habe. Anstelle eines gemeinsamen Miteinanders sei dieses Bauvorhaben von Anfang an mit einem Gefühl des "nicht Gönnens boykottiert" worden, schreiben die Schusters.
Es sei zwar kommuniziert worden, dass der zweite städtebauliche Vertrag sowie der Bebauungsplan bis Mitte Januar unterschriftsreif sein sollte. Doch dann sei mitgeteilt worden, dass die Gemeinde nochmals das Schallschutzgutachten nachgebessert haben wolle, berichtet das Ehepaar Schuster. Zudem seien seit 7. Januar dazu keine Auskünfte aus dem Rathaus mehr erteilt worden. Die Eigentümer versichern, dass Ihnen jetzt die Entscheidung "wahrlich nicht leicht gefallen" sei.
Bürgermeisterin Marlene Greinwald (FW) ist vom Rückzieher enttäuscht, den sie nicht nachvollziehen könne. "Man habe alles getan, um das schöne Projekt voran zubringen", sagte die Rathauschefin, die derzeit im Urlaub ist, auf Anfrage. Zudem hätte Georg Schuster als Tutzinger FDP-Gemeinderat wissen müssen, dass derartige Bauplanungen länger dauerten. Auch ihre Vertreterin, Elisabeth Dörrenberg (CSU) weist den Vorwurf zurück, die Gemeinde habe das Genehmigungsverfahren nicht ausreichend unterstützt. Es gebe aber hohe Hürden eines Bebauungsplanes für einen Biergarten und Gasthof mitten im Ort. Sie versicherte, dass sich die Gemeinde weiterhin eine Belebung des Andechser Hofes wünsche.
