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Tutzing:Gemeinderätin tritt nach umstrittenem Corona-Protest bei Grünen aus

Die ehemalige Grünen-Gemeinderätin Christine Nimbach.

(Foto: privat)

Christine Nimbach, die auch im Starnberger Kreistag sitzt, war zuvor aus der Fraktion ausgeschlossen worden. Nun macht sie der Partei schwere Vorwürfe.

Erst der Fraktionsausschluss, jetzt der Parteiaustritt: Die Tutzinger Gemeinderätin Christine Nimbach kehrt den Grünen nach mehr als 25 Jahren Zugehörigkeit den Rücken. In einem Schreiben an den Kreisverband der Partei begründet sie den Schritt damit, dass die Grünen in der Corona-Krise die Grundrechtseinschränkungen klaglos hinnähmen: "Man muckt nicht auf und legt sich stattdessen für die vielleicht kommende 'Regierungsmacht' ins Bett mit CDU/CSU und SPD." Der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht habe, sei die Enthaltung der Grünen-Abgeordneten bei der Abstimmung zur Bundesnotbremse gewesen.

Die Fraktion hatte sich vor einer Woche von Nimbach getrennt, weil sich die Gemeinderätin nicht von einer heftig kritisierten Kinderschuh-Aktion ("Seid ihr Eltern oder lasst ihr eure Kinder testen") distanzierte. Nimbach erklärt dazu: Der Vorwurf, der Protest von Eltern verharmlose den Holocaust, habe sie fassungslos gemacht. Die Tutzingerin will als Fraktionslose im Gemeinderat weitermachen.

© SZ vom 30.04.2021 / sz
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