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Tutzing:Ganz fix das Licht der Welt erblickt

Bei einer Routineuntersuchung bei der Frauenärztin setzen plötzlich die Wehen ein

Von Manuela Warkocz

Es sollte nur eine Routineuntersuchung bei der Frauenärztin werden - und dann ging es blitzschnell: In der Tutzinger Praxis von Medizinerin Edda Eberl erblickte am Montagvormittag der kleine Pit das Licht der Welt. Geboren auf dem Boden im Wehenschreiber-Raum. Kurzerhand eingewickelt in Geschirrhandtücher der Praxis, die vorher auf der Heizung erwärmt wurden. "Dass ein Kind in der Arztpraxis kommt - also so etwas hab ich in 30 Jahren in meinem Beruf und mehr als 1000 Geburten auch noch nicht erlebt", staunte Hebamme Theres Waldmüller.

Um 9.25 Uhr lässt sich Daniela Buschold hochschwanger am sogenannten CTG bestätigen, dass mit ihrem Baby alles in Ordnung ist. Termin für die Geburt wäre genau an diesem Tag. Aber von Wehen war über Weihnachten keine Spur. Die Frau möchte wieder heim nach Marnbach bei Weilheim, um sich in Ruhe auf die gewünschte Hausgeburt vorzubereiten. Aber plötzlich setzen starke Wehen ein, so heftig, dass an eine Fahrt ins Krankenhaus nicht mehr zu denken ist. Die Hebamme in Pähl wird verständigt. Und der Notarzt. Und der werdende Vater Robert Nolde. Theres Waldmüller trifft um 10.10 Uhr in Tutzing ein, kurz nach der Notärztin, die wieder abfahren kann. Denn die werdende Mutter liegt schon in den Presswehen. Nur eine halbe Stunde später, um 10.41 Uhr, ist der kleine Bub mit Unterstützung von Frauenärztin und Hebamme geboren. Ein kräftiger, gesunder Säugling mit 3360 Gramm und 51 Zentimetern. Auch der Papa ist jetzt da und bewundert seinen Sohn, der es so wahnsinnig eilig hatte und unbedingt ein Tutzinger werden wollte. Schon am Mittag macht sich die kleine Familie mit dem Neugeborenen auf den Weg nach Hause. Dort erwartet der fünfjährige Bob das gerade geborene Geschwisterchen.

© SZ vom 29.12.2020
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