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Tutzing:Finanzielles Loch

Beim Start der Aktion "Stein von Herzen" war Gustl Thalmayr mit Marlene Greinwald (re.) und Elisabeth Dörrenberg noch optimistisch.

(Foto: Arlet Ulfers)

Entwicklungshilfe­projekt "Stein von Herzen" läuft schleppend

Beim ersten gemeinsamen Entwicklungshilfeprojekt der Gemeinden Tutzing und Bernried "Stein von Herzen" klaffen erhebliche finanzielle Löcher. Im Juni hatten die beiden Gemeinden als Paten das Projekt für eine Schule samt Hostel und Schulküche in Namibia auf den Weg gebracht. In Geschäften stehen seitdem Holzkisten mit kleinen Ziegelsteinen darin. Unterstützer können für zehn Euro einen "Stein von Herzen" erwerben. 60 000 Euro sollten bis Jahresende zusammenkommen. Bislang verfügt der Bernrieder Initiator Gustl Thalmayr nur über 27 000 Euro. "Da fehlt noch einiges", sagt der 81-Jährige auf Nachfrage.

Der Bernrieder ist als Bergführer in Nepal bekannt geworden sowie als Gründungsmitglied der seit 1995 erfolgreichen Stiftung "Kinderhaus Katmandu". Der Schulbau in Otjomuru im Bergland von Namibia ist sein neues ambitioniertes Vorhaben. Fehlt es doch in der Region an Bildungsstätten - Grundvoraussetzung, um die Chancen auf Arbeit zu erhöhen, wie Thalmayr überzeugt ist. Für Tutzings Bürgermeisterin Marlene Greinwald (FW) ist das kommunale Entwicklungshilfeprojekt "die logische Konsequenz" aus der Hilfsbereitschaft, mit der Tutzinger 2015 bei der Flüchtlingskrise anpackten. Jetzt müsse etwas getan werden, damit Menschen erst gar nicht fliehen, hatte sie beim Start bekräftigt. Die beiden Nachbarkommunen Tutzing und Bernried schlossen sich der bundesweiten Initiative "1000 Schulen für unsere Welt" an. Unter der Schirmherrschaft von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller unterstützen der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund das Projekt.

Die erste Spende in Höhe von 500 Euro hatte das Tutzinger Gymnasium mit einer Theateraufführung beigesteuert, ein Golf-Charity-Turnier in Deixlfurt unter Schirmherrschaft von Bürgermeisterin Greinwald und ihrem Kollegen Sepp Steigenberger aus Bernried bescherte einen weiteren dicken Brocken. Größere Einzelspenden folgten. Dann ging es aber eher schleppend voran, wie Thalmayr bedauert, auch weil er selber mehrere Wochen wegen Krankheit pausieren musste. Er hofft nun, dass sich die Summe bis Jahresende wenigstens auf 32 000 Euro erhöht. "Dann könnte man mit dem Schulbau beginnen", so Thalmayrs Ziel.