Süddeutsche Zeitung

Tutzing:Feuerwehr unter neuer Führung

Boris Wolff übernimmt Vorsitz in turbulenter Zeit

Nachdem der bisherige 1. Vorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr Tutzing wegen Missbrauchsvorwürfen dieses Frühjahr in Untersuchungshaft kam, hatte Boris Wolff als stellvertretender Vorsitzender bereits kommissarisch den Verein Tutzinger Feuerwehr geleitet. Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde der 37-jährige Bauleiter jetzt offiziell zum neuen Vorsitzenden gewählt. Sein Stellvertreter ist der langjährige Schriftführer und auf anderen verantwortlichen Posten der Feuerwehr erfahrene Josef Schiffner. Alle anderen Vorstandsämter standen nicht zur Wahl. Ihre Amtsperiode reicht bis zur nächsten regulären Vorstandswahl im März 2021. Nur bis dahin ließen sich auch Wolff und Schiffner wählen. Wolff war 1995 bei der Jugendfeuerwehr eingestiegen, 2012 wurde er 2. Vorstand.

Der Feuerwehrverein umfasst derzeit rund 100 Mitglieder. Austritte wegen der Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs durch den langjährigen Vorsitzenden habe es keine gegeben, versicherte Wolff nach der Wahl im Gespräch mit der SZ. "Wir haben die Angelegenheit intern intensiv aufgearbeitet", sagt er. Betroffenen werde Hilfe angeboten, ein Verhaltenskodex sei entwickelt worden, der für die Führung wie für jedes Mitglied gelte. Wer mit Jugendlichen zu tun habe, müsse eine Erklärung unterschreiben. Schon vor Bekanntwerden der Vorwürfe seien polizeiliche Führungszeugnisse obligatorisch gewesen.

Der vormalige Vorsitzende wurde mittlerweile von der Mitgliedschaft im Tutzinger Feuerwehrverein ausgeschlossen. Er befindet sich nach wie vor in Untersuchungshaft in München. Die Gerichtsverhandlung soll dem Vernehmen nach voraussichtlich im Dezember stattfinden. Vermutlich werden dann auch Tutzinger Feuerwehraktive als Zeugen vorgeladen werden.

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Quelle:
SZ vom 18.10.2019 / manu
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