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Tutzing:Deutschland und die Stunde Null

Evangelische Akademie wählt Weltkriegsende als Schwerpunkt

Aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln will die Evangelische Akademie Tutzing 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs Deutschland in der Stunde Null beleuchten. Von Januar bis September 2020 geht die Einrichtung in fünf Tagungen und einer Gedenkveranstaltung dem Ende des Zweiten Weltkriegs und seinen Folgen aus verschiedenen Perspektiven nach - von Opfern, Tätern, Vertriebenen und Gegnern des NS-Regimes.

Das Land, das Völkermord und Zerstörung über Europa gebracht hat, liegt im Mai 1945 in Trümmern. Der Neuanfang heißt Nachkriegszeit: Was neu beginnt, trägt Vergangenheit in sich. Wie gestaltete sich die Suche nach einer neuen Heimat, wie die nach moralischem Halt? Wie reagierten die Menschen auf die alliierten Besatzer, wie gingen sie mit Schuld um? Konnte man das Vertrauen der internationalen Staatengemeinschaft und der Nachbarländer wiedergewinnen? Die Akademie widmet sich in ihrem diesjährigen Schwerpunkt historischen, politischen und theologische sowie gesellschaftlichen und literarischen Aspekten. Angekündigt sind folgende Veranstaltungen: "Demokratie und Literatur nach den Weltkriegen" (17. bis 19. Januar), "Wege des Erinnerns an den Vernichtungskrieg" (2. bis 3. März), "Als ob kein Gott sei - Zum 75. Todestag von Dietrich Bonhoeffer" (3. bis 5. April), "Deutschland in der Stunde Null" (17. bis 19. April). Die Sommertagung des Politischen Clubs steht unter dem Titel "Polen" (19. bis 21. Juni). Um das "Stuttgarter Schuldbekenntnis" geht es am 9. September. Die Erklärung kritisierten Zeitgenossen vor 75 Jahren als ein zu weitgehendes Schuldeingeständnis, andere warfen ihr apologetische Tendenzen vor. Informationen und Anmeldung sind unter www.ev.akademie-tutzing.de zu finden.