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Tutzing:Busse in die Ortsteile

Jugendliche fordern Verlängerung der Linie 978 in Tutzing

Wie können Jugendliche in ihrer Gemeinde etwas verändern? Mit dem "Demokratieführerschein", einem Ausbildungsprojekt der Jugendfeuerwehren Tutzing und Traubing unter Trägerschaft der Volkshochschule Starnberger See, soll das Interesse von Jugendlichen und jungen Erwachsenen an Kommunalpolitik geweckt werden. Zehn Kursteilnehmer hatten die Idee entwickelt, die innerörtlichen Busverbindungen auf die Tutzinger Ortsteile auszuweiten. Ihr Projekt stellten sie am Dienstag dem Gemeinderat vor.

Nach Angaben von Teilnehmer Paul Friedrich sind die Jugendlichen, die in den weiter entfernten Ortsteilen der Gemeinde wohnen, auf den Fahrdienst der Eltern angewiesen, um beispielsweise zu den Feuerwehrübungen zu kommen. Denn bei schlechtem Wetter oder im Winter ist es zu gefährlich, mit dem Rad zu fahren. Manche Ortsteile sind nur eingeschränkt an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen, andere überhaupt nicht. Eine Busverbindung würde nach Meinung der Kursteilnehmer auch Senioren nutzen, da diese auf das Taxi angewiesen sind, sobald sie nicht mehr Auto fahren können.

Laut Lukas Dreher könnte beispielsweise die Buslinie 978 verlängert werden. Die Projektgruppe hatte ihr Anliegen bereits der Verkehrsmanagerin im Landratsamt, Susanne Münster vorgetragen, die jedoch auf geltende Verträge verwiesen hatte. "Politik soll auch an morgen denken, nicht nur an heute", sagte Friedrich, der zusammen mit seiner Gruppe viel Lob für den Vorschlag bekam. Das Gremium sprach sich einstimmig dafür aus, den Antrag der Jugendlichen zu unterstützen. Es folgte dem Vorschlag von Bürgermeisterin Marlene Greinwald, das Projekt in den Verkehrsausschuss zu verweisen. Dort könne man über den Bereich im Nahverkehr diskutieren, der keine vertraglichen Bindungen beinhalte oder bei dem nach der Vertragslaufzeit im Jahr 2022 Änderungen möglich seien, sagte Greinwald. Unter dem Beifall der zahlreichen jugendlichen Zuhörer lud die Rathauschefin die Projektteilnehmer ein, sich im Verkehrsausschuss aktiv einzubringen.

© SZ vom 07.11.2019
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