NepomukOh, wie schön ist Tutzing!

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Frühling am Starnberger See - echt toll. Aber wenn der ganze Ort eine Baustelle ist, und man selbst mittendrin: Da kommt man schon einmal auf abschweifende Gedanken.

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Hallo an alle Bolidenfans. Geht's euch auch so wie mir? Diese Frühlingsluft da draußen, das schreit nach Erholung. Es geht wieder raus! Am besten mit dem Auto und natürlich in Richtung Berge. Hervorragende Idee, liebe Leut: Ich will Spaß, ich geb' Gas! Also zack, das Auto aus der Garage geholt. Doch das Vehikel sieht grauslich aus. Die Fenster sind nach dem Winter so milchig, der Lack versalzen wie ein Hamsterleckstein, der Tank unterhalb der Reservemarke. Naja, Nepomuka kriegt das schon hin. Man gönnt sich ja auch sonst nichts. Also ab zur nächsten Tanke, mal schauen, ob der Benzinpreis schon die Fünf-Euro-Marke geknackt hat. Das wollten die Grünen ja auch schon mal - allerdings rechnete man damals noch in Mark. Aber egal: Wichtiger ist erstmal eine Autowäsche. Auch nicht billig, aber immerhin nur ein bisserl teurer als vergangenes Jahr.

Waschen, schrubben, schäumen, föhnen - blitzefunkelblank wieder, das Teil. Und für ein paar edle Tropfen Super für den Tank reicht es auch noch. Dürfte locker die paar Kilometer laufen, die Kiste. Der Starnberger See soll's sein, am liebsten das Ufer im schönen Tutzing: Brahmspromenade oder Kustermannpark, spazieren gehen und ein Eis schlecken.

Doch schon vorm Ortseingang: Ernüchterung, ein fettes Umleitungsschild. Ganz Tutzing ist gerade eine Baustelle. Naja, wird schon gehen. Vor der ersten Baustellenampel eine Autoschlange, weiter hinten noch eine. Also gut, Geduld, Geduld - stop and go, geht schon. Einspurig vorbeigehoppelt an anderen griesgrämig dreinschauenden Naherholungssuchenden im Gegenverkehr. Sportwagen und SUVs rumpeln durch matschige Schotterpisten, so dass jedem gestandenen Wackeldackel schlecht werden dürfte, die sauber geputzten Karren alle wieder eingesaut. Seltsam, was einem im zwangsweise gechillten Fahrmodus so alles einfällt: Reflexionen über Geld und Liebe, Krise und Krieg, Gott und die Welt. Und was später wohl so alles durch diesen neuen Kanal in Tutzing fließen wird, der da verlegt wird, denkt sich Nepomuka. Aber ganz ehrlich, Leute: Das will ich mir gar nicht vorstellen.

Zwei gefühlte Stunden später weicht die trübselige Grübelei großer Dankbarkeit und Vorfreude aufs Sonnenbankerl mit Blick auf den See im Kustermannpark: Schnell noch am Südbadparkplatz ein Parkticket gezogen, und dann: Oh, wie schön ist Tutzing! Allein dieser Moment war's doch wert. Die verzuckelte Zeit, die baustellengesprenkelte Karre, die genervten Leute - alles halb so wild. Trotzdem: Nächstes Mal fahr ich woanders hin, nach Herrsching etwa, an den Ammersee. Da soll ja auch einiges los sein. Am besten aber wird es, wenn sie in Starnberg endlich mit dem Tunnel anfangen, weiß schon jetzt euer Nepomuk.

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