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Starnberger See:Wer zerstört die Bäume an der Tutzinger Brahmspromenade?

Schon wieder ein Kastanienast abgerissen! Bürgermeisterin Marlene Greinwald (li.) und Imme-Susanne Thüring, im Rathaus zuständig für Umwelt, prangern Braumfrevel am See an. Hinter ihnen eine neu gepflanzte Trauerweide.

(Foto: Arlet Ulfers)

Immer wieder machen sich Unbekannte an den jungen Kastanien und Weiden zu schaffen. Die Bürgermeisterin ruft zu Achtsamkeit auf.

Irgendjemandem sind die Bäume an der Tutzinger Brahmspromenade nahe den Bootshäusern offenbar ein Dorn im Auge. Die Gemeinde entdeckt an dem öffentlichen Weg immer wieder Baumfrevel. Im vergangenen Herbst hatte sie dort fünf junge Kastanien für rund 3000 Euro pflanzen lassen - im März waren Leittriebe und Seitenäste mutwillig und unfachmännisch abgesägt worden. Die Anzeige der Rathausverwaltung bei der Polizei wegen "gemeinschädlicher Sachbeschädigung" verlief im Sande. "Die Staatsanwaltschaft hat uns geschrieben, dass das Verfahren eingestellt wird", berichtete Imme-Susanne Thüring, im Rathaus zuständig für Umwelt, am Dienstag. Bei dem Pressetermin an der Promenade zeigte Bürgermeisterin Marlene Greinwald (FW) einen Ast, der erst kürzlich von einer Kastanie abgerissen wurde. Gezielt wurde auch vor geraumer Zeit der Boden rund um Bäume beschädigt, wohl um die Bäume zum Absterben zu bringen.

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"Purer Vandalismus oder ob eine gewisse Absicht dahinter steckt - das kann man nur mutmaßen", äußerte sich Greinwald vorsichtig zu Spekulationen, dass Anlieger hinter den Baumkappungsaktionen stecken könnten. Die Taten seien jedenfalls "völlig unverständlich". Zumal die Bäume so locker stehen, dass sie weder den Blick auf den See noch Richtung Süden auf die Berge versperren. Zwei Weiden direkt vor der Villa Stolberg - dem Anwesen des thailändischen Königs - sind Thüring zufolge auf natürliche Weise, etwa durch Stürme, arg beschädigt worden. Sie treiben jetzt wieder aus. Zusätzlich hat die Gemeinde für 600 Euro eine Trauerweide setzen lassen. "Wir haben eine schon relativ große gewählt - die Leute hatten es bedauert, dass die Weiden so dezimiert sind", sagt Greinwald.

Sie verdeutlicht das Konzept hinter den Baumpflanzungen in Tutzing: eine langfristige Parkgestaltung. Man müsse rechtzeitig vorsorgen und bedenken, dass Bäume auch mal abstürben. Greinwald appelliert an alle Tutzinger, speziell an der Brahmspromenade nahe dem Tutzinger Zentrum auf die Bäume aufzupassen. Kaum eine andere Seegemeinde habe so viele öffentlich begehbare Bereiche direkt am Ufer wie Tutzing. Die gelte es zu schützen. Ab dem kommenden Wochenende wird deshalb auch, wie angekündigt, ein Sicherheitsdienst patrouillieren. Den hat die Gemeinde probeweise für die Sommersaison engagiert.

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