Tutzing:Akademie wird auf NS-Raubgut geprüft

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste stellt weitere 2,1 Millionen Euro für 20 Projekte der Provenienzforschung im Bereich "NS-Raubgut" zur Verfügung. Damit könnten 20 Forschungsvorhaben zu unrechtmäßig entzogenen Kulturgütern in Museen, Bibliotheken, wissenschaftlichen Einrichtungen sowie vier privaten Sammlungen begonnen oder fortgeführt werden, teilte das Zentrum am Freitag mit. So erhalte etwa die Evangelische Akademie in Tutzing im Schloss Tutzing als eine der ersten kirchlich getragenen Einrichtungen Mittel, um Objekte auf NS-verfolgungsbedingten Entzug zu untersuchen. Das Schloss war von seinem einstigen Besitzer, dem 1930 verstorbenen jüdisch-ungarischen Kunstsammler Marczell von Nemes, reich ausgestattet worden. Der spätere Eigentümer Albert Hackelsberger wurde von den Nationalsozialisten verfolgt, vom ursprünglichen Mobiliar und den Kunstgegenständen sei heute nur noch wenig in Tutzing vorhanden, hieß es. Die Evangelische Landeskirche hatte das Schloss 1949 gekauft. "Wir sind froh, mit dem Projekt Licht in eines der dunkelsten Kapitel der Schlossgeschichte bringen zu können", kommentierte Akademie-Sprecherin Dorothea Grass die bewilligte Förderzusage.

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