Verleihung des SeerosenordensKlinik-Clown für einen Abend

Lesezeit: 2 Min.

Die oberste Perchalla-Riege und der neue Ordensträger: Thomas Weiler (3.v.re.) mit der Narrenkappe des Mainzer Carneval-Vereins.
Die oberste Perchalla-Riege und der neue Ordensträger: Thomas Weiler (3.v.re.) mit der Narrenkappe des Mainzer Carneval-Vereins. (Foto: Nila Thiel)

Die Starnberger Faschingsgesellschaft Perchalla verleiht den Seerosenorden an Klinik-Chef Thomas Weiler. Zum einen wegen dessen Verdienste um die Krankenhausreform. Aber auch wegen seiner Herkunft aus einer Karnevalshochburg.

Von Sylvia Böhm-Haimerl, Starnberg

Der Geschäftsführer der Starnberger Klinik-Holding, Professor Thomas Weiler, ist ein Mann der Zahlen, stets sachlich und nüchtern. Daher traut man es ihm eigentlich gar nicht zu, dass er ein Faschingsfan ist. Doch als „Mainzer Bub“, wie er sich selbst bezeichnet, liegt ihm der Karneval im Blut. Schon in der Faschingssaison 2004/05, kurz nachdem Weiler seinen Job als Geschäftsführer des Klinikums Starnberg angetreten hatte, überreichte ihm die Starnberger Perchalla einen Faschingsorden. Und auf diesen Orden ist er heute, 20 Jahre später, genauso stolz, wie auf die Narrenkappe des MCV, des Mainzer Carneval-Vereins. Mit dem Orden und der MCV-Narrenkappe kam Weiler auch auf die Bühne, auf der er am Rosenmontag im Rahmen der Garderevue in der voll besetzten Schlossberghalle mit dem Seerosenorden ausgezeichnet wurde.

Als er nach Starnberg kam, sei die Zeit für einen Mainzer Buben echt schwierig gewesen, erklärte Weiler. „Ich dachte damals: Du hast keine Fastnacht mehr, das kannst du nicht überleben.“ Doch es kam alles ganz anders. Denn traditionell stattet die Perchalla dem Klinikum in jeder Faschingssaison einen Besuch ab, um bei den Kranken die Stimmung aufzuhellen. „Ich war erstaunt, dass hier Fasching gefeiert wird“, erinnerte sich Weiler, der seine Begeisterung für den Karneval so erklärte: „Wenn man in Mainz lebt, gibt es nur zwei Möglichkeiten – mitmachen oder weglaufen.“ Er trat in den Mainzer Karnevalsverein ein und ist dort heute noch Mitglied.

Der Seerosenorden ist die höchste Auszeichnung, die die Perchalla zu vergeben hat. Das aufwändig gearbeitete Ehrenzeichen mit einer stilisierten Seerose in der Mitte wird seit 1988 an Persönlichkeiten und Institutionen aus der Region verliehen, die durch eine bemerkenswerte Leistung, durch einen humorigen Ausspruch der durch einen Flop aufgefallen sind. Die Auswahlkriterien sind entsprechend anspruchsvoll. Wie in der Perchalla-Chronik nachzulesen ist, geht jedes Mal ein Gremium in eine stundenlange Klausur, um den richtigen Seerosenordensträger zu finden.

Weiler befindet sich in bester Gesellschaft unter den Ordensträgern. Es sind schon bekannte Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur oder Politik geehrt worden, beispielsweise Landtagspräsidentin Ilse Aigner, der Kabarettist Ottfried Fischer, Schauspieler wie Marianne Sägebrecht und Christian Tramitz oder der Musikproduzent Leslie Mandoki. Im vergangenen Jahr wurde Barbara Scheitz von der gleichnamigen Andechser Molkerei ausgezeichnet.

Wernher Weigert, Geschäftsführer des Klinik-Freundeskreises, begründete, warum Weiler dieses Jahr der geeignete Würdenträger des Seerosenordens ist. Weiler habe dazu beigetragen, dass die Krankenhaus-Holding mit seinen etwa 2000 Mitarbeitern ein Garant für eine „hervorragende gesundheitliche Versorgung“ im Landkreis Starnberg sei. Mit mehr als 3000 Geburten im Jahr 2023 steht das Klinikum Weigert zufolge auf Platz 2 in Deutschland. Auch künftig werde Weiler die Klinik-Holding durch die stürmische See der Krankenhausreform steuern.

Bei der Garderevue zeigten neben den Perchalla-Garden auch Tänzerinnen und Tänzer von neun weiteren Faschingsgesellschaften ihr Können mit teilweise hervorragenden akrobatischen Hebefiguren. Es ist eine der größten Veranstaltungen ihrer Art in der Region, auf die sich die Perchalla monatelang vorbereitet.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Mafia-Brettspiel
:„Auf Ebay sind die Preise nach oben gegangen“

Der Starnberger Maximilian Maria Thiel hat ein Brettspiel über sizilianische Mafia-Familien entwickelt. In Italien ist das Spiel allerdings auf große Empörung gestoßen. Über einen Mini-Skandal und seinen Werbeeffekt.

SZ PlusInterview von Amelie Kaiser

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: