Streit vor dem VerwaltungsgerichtKamm-Molch versus Umgehung

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Der seltene Molch lebt, wo Weßling eine Umgehungsstraße plant. Für den Starnberger Bundes Naturschutz Grund genug, zu klagen. Dann wäre da noch der Lärm.

W. Prochaska

Wird der seltene Kamm-Molch wirklich den Bau der Weßlinger Umgehungsstraße stoppen? Davon sind jedenfalls der Starnberger Bundes Naturschutz (BN) und sein Vorsitzender Günter Schorn überzeugt. Wenn nun im Sitzungssaal 5 des Verwaltungsgerichts München die Klage des Bund Naturschutz gegen den Bau der Weßlinger Umgehungsstraße verhandelt wird, dann geht es aber nicht nur um die Gefährdung schützenswerter Amphibien wie Kamm-Molch und Springfrosch, wie es der BN vorbringt, sondern auf der anderen Seite um den Anspruch der Weßlinger auf weniger Verkehr und weniger Lärm.

Ein Kamm-Molch in Aktion: Er könnte den Bau der Weßlinger Umgehung stoppen.
Ein Kamm-Molch in Aktion: Er könnte den Bau der Weßlinger Umgehung stoppen. (Foto: dpa)

Bis zu 24.000 Autos fahren pro Tag durch die Gemeinde. Nach Beobachtung vieler Weßlinger auch zusehends mehr Lastwagen, die sich wohl die Autobahnmaut sparen wollen, wie gemutmaßt wird. Dass eine Umfahrung nicht den gesamten Verkehr, der durch die Gemeinde braust, in Richtung Autobahn leiten kann, hat schon ein Gutachten gezeigt. Die Entlastung dürfte bei knapp 50 Prozent liegen.

Für den BN ein klarer Fall, dass die Straße nicht jene Verkehrsberuhigung bringen wird, die sich viele Weßlinger wünschen - dafür aber eine beträchtliche Zerstörung von Flora und Fauna im Bereich der Dellinger Höhe. "Diese Straße ist sinnlos", meint Schorn. Am 2. März wollen die Naturschützer eine eigene Lösung in Weßling vorstellen.

Die Regierung von Oberbayern und das zuständige Straßenbauamt in Weilheim sind sich aber sicher, dass der Planfeststellungsbeschluss vor Gericht Bestand haben wird. Bekanntlich wurde die Trasse im Laufe ihrer Planung mehrmals verlegt und der Kreisel wegen einer Hirschkäfer-Population im Bereich der Eichenallee in Richtung Weßling verschoben. Auch auf das dortige FFH-Gebiet wurde berücksichtigt, was die Pläne weiter verzögerte.

Auf jeden Fall dürfte die Verhandlung, die auf zwei Tage angesetzt ist, für alle Beteiligten Klarheit schaffen. Um ihren Wunsch Nachdruck zu verleihen, haben die Anwohner in den vergangenen Wochen Plakate an der Hauptstraße aufgestellt, natürlich pro Umfahrung. Seit mehr als 20 Jahren träumen sie von einem Ort, der nicht mehr vom Verkehr durchschnitten wird.

© SZ vom 01.02.2011 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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