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Streit um geplantes Gymnasium:FDP verteidigt Schulstandort

Beim Jahresabschluss üben die Liberalen heftige Kritik am Herrschinger Bürgerbegehren.

Jahresabschlußtreffen der Kreis-FDP

Eine kleine Stärkung überreichte die FDP-Kreisvorsitzende Britta Hundesrügge (v.li.) Wolfgang Heubisch. Für 40-jährige Parteizugehörigkeit wurde Harald Höge geehrt, rechts die Gautinger FDP-Ortsvorsitzende Victoria Beyzer.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Mit scharfen Worten hat die FDP-Kreisvorsitzende Britta Hundesrügge das Bürgerbegehren gegen den vorgesehenen Standort des Herrschinger Gymnasiums im Ortsteil Mühlfeld kritisiert. Sollte das von Gerhard Knülle und Willi Welte, zwei Herrschinger CSU-Politiker, angeleierte Bürgerbegehren für einen anderen Standort erfolgreich sein, "gefährdet dies das ganze Projekt", sagte Hundesrügge am Donnerstagvormittag bei der Jahresabschlussveranstaltung der Kreis-FDP in Andechs. Mit dem Grundstückskauf durch den Landkreis im Mühlfeld sei "der Point of no return" überschritten. "Wer jetzt am Standort zweifelt, will das Gymnasium verhindern", sagte die Kreisvorsitzende, und fügte hinzu: "Fünf Jahre lang haben wir für das Gymnasium gekämpft, und wir werden weiterkämpfen, bis der erste Schulgong ertönt."

Auch das zwischen den Gemeinden Gilching und Gauting umstrittene Gewerbegebiet auf Gautinger Flur will die FDP voranbringen. "Das wird ein bundesweites Leuchtturmprojekt werden", ist Hundesrügge überzeugt, "mit Geothermie, Elektromobilität, Kitas und ökologischer Bauweise." Den Gegnern des Projekts warf sie "Polemik" vor. "Ja, es werden Bäume fallen, aber wir geben den Menschen Zukunft", sagte Hundesrügge. Auch für eine Ortsumfahrung von Starnberg werde sich die FDP weiter stark machen.

Angesichts des Erstarkens der Grünen bei der Landtagswahl im vergangenen Herbst sprach Hundesrügge von einer "Vergrünung" des Landkreises. Sie warf der Ökopartei vor, beim Thema Müllumladestation zu politisieren. "Wir halten uns lieber an Fakten." Als sehr erfreulich wertete die Kreisvorsitzende den Mitgliederzuwachs bei den Liberalen. 231 Mitglieder zählt der Kreisverband nun, 50 mehr als noch vor zwei Jahren. Was Hundesrügge zu einem Rechenexempel verleitete: Umgerechnet auf die Einwohnerzahl ist jeder 600. Einwohner ein FDP-Mitglied. Damit sind wir bundesweit die Nummer eins." Sie verwies auch auf ihr Erststimmenergebnis von 9,6 Prozent, das drittbeste in Bayern. Hundesrügge bedauerte, dass es für sie dennoch nicht zum Einzug in den Landtag gereicht habe, "weil wir im Vergleich zu München ein kleiner Stimmkreis sind". Entscheidend sei aber, dass die FDP mit 5,1 Prozent in den Landtag eingezogen sei.

Den Ausblick ins neue Jahr gab dann "der Franck Ribery der FDP", wie sich der ehemalige Kultusminister Wolfgang Heubisch selbst launig bezeichnete: "Ich bin immer da, wenn man mich braucht." Heubisch war kurzfristig als Ersatz für den FDP-Fraktionsvorsitzenden im Landtag, Martin Hagen, eingesprungen. Dieser war am Vortag mit einer Autopanne in Nordrhein-Westfalen liegen geblieben. Bayern habe immer noch keine vernünftige Breitbandversorgung, und der Wissenschaftsstandort Nummer eins, was der Freistaat in seiner Amtszeit von 2008 bis 2013 gewesen sei, sei nun gefährdet, so Heubisch.

Für 40 Jahre Parteizugehörigkeit ehrten die Liberalen den Gautinger Harald Höge. Er habe einmal die Idee gehabt, auf der Gautinger Bahnhofstraße eine Art Straßenbahn wie in San Francisco fahren zu lassen", erzählte Hundesrügge den Mitgliedern. "Wer weiß, ob sich das heute noch durchsetzen ließe?"