StatikmängelSchneewaage unterm Dach

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Der Bauhof in Seeshaupt muss mit Stützen und Holzbalken provisorisch gestützt werden

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Vor rund vier Jahren erst war der gemeindliche Bauhof für gut 700 000 Euro saniert worden, jetzt entpuppt er sich als echtes Sorgenkind. Das Münchner Ingenieurbüro Förster und Sennewald bescheinigt dem Gebäude aus dem Baujahr 1969 gravierende Statikmängel. Dem Gutachten zufolge kann das Dach nur eine Schneelast von 28 Kilo pro Quadratmeter tragen. In einer Sondersitzung genehmigte der Seeshaupter Gemeinderat den Einbau von Stützen und Holzbalken, das steigert den Wert immerhin auf 45 Kilo. Außerdem wurde, so Bürgermeister Fritz Egold (CSU), eine Schneewaage installiert - falls der kritische Wert überschritten wird, stellen die Bauhofmitarbeiter zusätzlich Eisenstützen auf. Für Fahrzeuge ist die Halle dann nur noch eingeschränkt nutzbar. Bei reichlich Schnee müsste deshalb eine sogenannte Folienhalle aufgestellt werden, in der die Maschinen geparkt werden, damit sie gefahrlos zugänglich sind.

Aufgekommen war das Problem bei einem Rangierunfall vor gut einem Jahr: Ein Kipper hatte einen der Leimbinder beschädigt, der Statiker, der den Schaden einschätzen sollte, erinnerte sich an ein erstes Schneelastgutachten aus dem Vorjahr. Jetzt wurde die Halle gründlich begutachtet: Mehrere Tage lang prüfte das Ingenieurbüro die Dachkonstruktion. Eine Bohrkernuntersuchung der Leimbinder ergab, dass deren Tragfähigkeit nicht mehr heutigen Standards entspricht. Die Bauwerksprüfung, so Egold, sei heuer turnusmäßig ohnehin fällig gewesen. Die beschlossenen Maßnahmen sollen die Halle nun zumindest über diesen, möglicherweise auch den nächsten Winter bringen. Im Januar 2021 hatte die Seeshaupter Feuerwehr mit Unterstützung der Kollegen aus Penzberg Schnee vom Dach des Bauhofs geräumt, damals war man noch davon ausgegangen, dass die Dachfläche mit 108 Kilo belastet werden dürfe. Bei der Sanierung vor vier Jahren waren Brandschutz und Elektrik auf neuesten Stand gebracht und zudem zeitgemäße Sanitär- und Aufenthaltsräume sowie Büroräume eingebaut worden.

Wie es weitergeht, ist noch unklar. Die Gemeinde erwarb erst kürzlich das benachbarte Grundstück, dort läuft gerade die Bauleitplanung für ein neues Feuerwehrhaus. "Eine Zusammenlegung", so Egold, "muss man sicher überlegen". Man könne etwa eine Hackschnitzelheizung gemeinsam nutzen. Derzeit werde ein Schallschutzgutachten erstellt, erst dann könne man weitersehen. Eine Bebauungsplanänderung könnte dann im Frühjahr durchgehen, hofft der Bürgermeister.

© SZ vom 29.12.2021 / kiah - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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