Süddeutsche Zeitung

Wanderung:In zwölf Stunden rund um den Starnberger See marschieren

Der "Dreikönigsmarsch" wird immer beliebter. Heuer starten mit 300 Teilnehmern dreimal so viele wie im vergangenen Jahr. Nicht alle werden die Tour schaffen.

Dass am Dreikönigstag die Sternsinger von Haus zu Haus ziehen, ist gute, jahrhundertealte Tradition. Doch auch eine etwas andere Art der Wanderung am ersten Januarwochenende entwickelt sich zu einer echten Institution: der 50 Kilometer lange "Dreikönigsmarsch" rund um den Starnberger See. Mehr als 300 Menschen haben sich bereits angemeldet, um am Samstag gemeinsam zu wandern.

Angefangen hatte es 2018 mit 35 Wanderern, damals war der Marsch noch eine Übungswanderung. Im vergangenen Jahr wurde eine offizielle Veranstaltung mit 100 Teilnehmern daraus. "Die Resonanz war so groß, dass wir in diesem Jahr 333 Startplätze anbieten", sagt Organisator Manfred Kager. Start ist am Samstag um 8.15 Uhr am Fähranleger in Starnberg. Sämtliche der kostenlosen Tickets sind zwar vergeben - doch wer sich noch auf der Warteliste einträgt, kann zum Zug kommen, wenn Teilnehmer absagen. Erfahrungsgemäß würden einige Wanderer vor dem Start krank, sagt Kager.

Die 50 Kilometer in den vorgesehenen zwölf Stunden zu schaffen, kann eine echte Herausforderung sein. Manfred Kager erwartet auch in diesem Jahr wieder einige Teilnehmer, die mit solch langen Strecken noch keine Erfahrung haben. Das sei aber nicht weiter schlimm, es gehe jeder in seinem eigenen Tempo. Entlang der Strecke können sich die Wanderer in Ammerland, Seeshaupt und Tutzing an Verpflegungsstationen stärken. Zum Start bekommt jeder Teilnehmer Magnesium, eine Landkarte und - für die Abendstunden - einen Reflektor. Kager rechnet damit, dass mindestens zwei Drittel aller Teilnehmer das Ziel erreichen. Auch wer nur etwas mehr als die Hälfte der Seeumrundung schafft, bekommt schon eine Teilnehmerurkunde.

Kager selbst findet die Strecke "nicht übermäßig anstrengend" - kein Wunder, wandert der Augsburger doch regelmäßig bei sogenannten "Megamärschen" in ganz Deutschland mit, die auch mal bis zu 100 Kilometer lang sind. Auch andere geübte Langstreckenwanderer werden am Samstag dabei sein. Manche reisen dafür aus Hamburg, Düsseldorf oder Mainz an. Denn: "Die Strecke am Starnberger See ist ungewöhnlich schön", sagt Kager. Im vergangenen Jahr hatten er und die anderen Wanderer allerdings nicht allzu viel davon, Schnee und Eis machten den Dreikönigsmarsch zu einer ungemütlichen Angelegenheit. Für die diesjährige Januar-Wanderung sieht die Wettervorhersage besser aus.

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SZ vom 03.01.2020
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