Starnberger See:Verzerrter Blick

Künstlerinitiative äußert sich zu Veranstaltungsabbruch in Berg

Die Initiative "Kunst ist Leben" aus Köln hat nach eigenen Angaben ein gewisses Verständnis dafür, dass ihr Wochenendfestival im Berger Marstall vorzeitig abgebrochen worden ist. Wie ihre Gründerinnen Marta Murvai und Philine Conrad in einer ausführlichen Stellungnahme schreiben, sei Kunsthaus-Pächter Erich Höhne "offenbar durch den scharf formulierten Blogeintrag" der Wählervereinigung Quh aufgeschreckt worden. Es sei aber "zu keinem Zeitpunkt unsere Absicht gewesen", Höhne durch die Veranstaltung "Wir spielen weiter" Schaden zuzufügen.

Keiner der Festivalteilnehmer habe Parteiwerbung gemacht. "Einzig die Abgrenzung zu jeglichen spaltenden und diffamierenden Aussagen und den Andersdenkenden herabwürdigenden Äußerungen und Handlungsweisen von Politikern aller Parteien wurden thematisiert." Ausdrücklich nicht zu eigen mache sich die Initiative die von der Künstlergruppe "Superfluid Violett Ultra" verwendeten Begriffe "Kulturzucht" und "entartet". Die Quh wolle in der Behauptung von "Superfluid", "die heutige Vereinnahmung der Kunst" sei vergleichbar mit der "Deklaration der 'entarteten Kunst'", eine Verhöhnung der Opfer des Nationalsozialismus entdecken, so jedenfalls Murvai und Conrad. Doch das verzerre den Blick auf die Konzerte und Lesungen am vergangenen Samstag.

Höhne hatte das Festival und auch die eine Woche zuvor eröffnete Ausstellung von "Superfluid" abgebrochen, weil er nach eigenen Angaben die "Neutralität" des Kunsthauses Marstall wahren wollte. "Es bestand die Gefahr, dass die ursprüngliche Intention der Veranstaltung kippt", teilt er mit.

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