Neues Hotel am Starnberger See:Zustimmung und ein wenig Skepsis

Neues Hotel am Starnberger See: Hotel auf Stelzen: So könnte das neue Pöckinger Forsthaus einmal aussehen. Das Bild zeigt eine Südansicht. Visualisierung: WSM Architekten

Hotel auf Stelzen: So könnte das neue Pöckinger Forsthaus einmal aussehen. Das Bild zeigt eine Südansicht. Visualisierung: WSM Architekten

Die Nachbargemeinde Feldafing sieht im Konzept für das "Forsthaus" in Possenhofen ein "Highlight" für die Region - fürchtet aber mehr Verkehr.

Von Sylvia Böhm-Haimerl

Der neue Entwurf für das Hotel "Forsthaus am See" in Possenhofen wird auch in der Nachbargemeinde Feldafing hochgelobt. Bei der Vorstellung des Konzepts im Gemeinderat war von einem "Highlight für den gesamten Landkreis" die Rede. Der Wermutstropfen ist allerdings das erhöhte Verkehrsaufkommen in der ohnehin schon sehr stark belasteten Königinstraße. Schon vor Baubeginn sollte daher nach Meinung des Gremiums ein schlüssiges Verkehrskonzept vorliegen und die Straße verbreitert werden.

Das Traditionshotel in exponierter Lage am Seeufer liegt direkt an der Flurgrenze zu Feldafing und steht seit 2015 leer. Eine Sanierung lohnt sich offenbar nicht mehr, nur das Restaurant ist temporär verpachtet, bis ein Neubau umgesetzt wird. Seit 2013 bemüht sich die Eigentümerin Eva Robl um eine Neuplanung. Ein erster Entwurf wurde bereits genehmigt, aber wieder verworfen. Im vergangenen Jahr legte das Pöckinger Architekturbüro WSM eine neue Planung vor, die sich an den 6000 Jahre alten Pfahlbauten vor der Roseninsel orientiert. Für das Hotel ist ein nachhaltiges Material- und Energiekonzept geplant.

Im Seeuferbereich sollen abstrahierte Pfahlbauten errichtet werden für eine öffentliche Gastronomie mit 50 bis 90 Plätzen und Biergarten. Auf einer höheren Ebene ist ein Restaurant für Hotelgäste vorgesehen. Die Holzbauten mit Steinsockel sollen das Hotel verdecken, das in den Hang hineingebaut werden soll. Um eine Blockbildung zu vermeiden, ist das 90- Zimmer-Hotel mit Tagungsräumen in vier Gebäude unterteilt. Im rückwärtigen Teil sind 600 Quadratmeter für Mitarbeiterwohnungen eingeplant. Zwischen den Gebäuden soll ein Wellnessbereich entstehen mit Blick über den See und die Roseninsel bis in die Alpen, der vom Seeufer aus nicht einsehbar ist.

Für die Umsetzung ist eine Herausnahme aus dem Landschaftsschutzgebiet notwendig. Für den früheren Entwurf waren zwar schon etwa 8000 Quadratmeter genehmigt worden, doch die Fläche im Naturwald muss laut Landschaftsplaner Christian Ufer noch um etwa 1500 Quadratmeter vergrößert werden. Das Amt für Landwirtschaft und Forsten habe bereits Zustimmung signalisiert, sofern in der erforderlichen Ausgleichsfläche wieder ein Wald entsteht.

Dafür ist ein Grundstück in Pöcking vorgesehen. Zudem wird der Bachlauf an der Flurgrenze renaturiert. Er gehört der Gemeinde Feldafing. Bürgermeister Bernhard Sontheim könnte sich "eine schöne Bachlauflandschaft" vorstellen. Dafür müsste die Gemeinde aber laut Ufer zusätzlichen Grund zur Verfügung stellen. Sontheim schlug eine neue Planung vor, die allerdings mit der Schlösser- und Seenverwaltung abgestimmt werden müsste.

Kritisch wurde die Zufahrt zur zweistöckigen Tiefgarage mit 120 Stellplätzen - davon 30 für die Gastronomie - beurteilt. Restaurantgäste benutzten normalerweise nicht die Tiefgarage, sie würden stattdessen die Parkplätze des Feldafinger Strandbads belegen, hieß es. Auch die Zufahrt zur Tiefgarage in Höhe der Fußwegabzweigung wurde skeptisch beurteilt. Laut einem Gutachten wird sich das Verkehrsaufkommen durch den Hotel- und Gaststättenbetrieb zwar nur marginal erhöhen. Doch schon jetzt übersteigt die Verkehrsbelastung die nur 3,60 Meter breite Königinstraße. Es gibt keinen Wendehammer in der Sackgasse, daher ist sie durch den Parksuchverkehr oft verstopft.

"Für uns Feldafinger ist es sehr wichtig, dass die Hotelerschließung über Pöcking geht", sagte Thomas Schuierer (AUF). Eine Stichstraße durch den Wald zur Garage könnte den Verkehr entzerren. Doch das ist laut Ufer nicht möglich, da dafür zusätzlich etwa 2000 Quadratmeter aus dem Landschaftsschutzgebiet genommen werden müssten. Eine Alternative könnte die Mitbenutzung der Stichstraße zur Bootswerft sein. Doch da müsse der Nachbar mitspielen. Das Gremium nahm das Konzept einstimmig zur Kenntnis.

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