BuchpräsentationGeschichte und Geschichten vom Starnberger See

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Die historische Postkarte von einem Ausflugsdampfer zeigt, dass der Starnberger See schon seit vielen Jahrzehnten bei Sommergästen und Urlaubern sehr beliebt ist.
Die historische Postkarte von einem Ausflugsdampfer zeigt, dass der Starnberger See schon seit vielen Jahrzehnten bei Sommergästen und Urlaubern sehr beliebt ist. Sammlung Gröber/oh

60 Autoren zeichnen in insgesamt 80 Beiträgen ein lebendiges Bild von der See-Region

Von Sylvia Böhm-Haimerl, Bernried

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Das neue Buch "Der Starnberger See" ist mehr als eine Chronik zur Entwicklung der Region: Es ist auch ein Sammelband, der Geschichten erzählt und Situationen schildert aus der persönlichen Sichtweise der Autoren. Und es ist auch schlicht das Portrait einer Region in Texten und Bildern. "Die zahlreichen Perzeptiven machen das Besondere des Buches aus", sagte der Münchner Verleger Michael Volk bei der Vorstellung des druckfrischen Werkes am Sonntag im Buchheim Museum in Bernried.

Ob die Betrachtung des Moränenhügellandes, die Entwicklung der ersten Golfplätze in Deutschland oder die Parkanlagen von Peter Joseph Lenné, Geschichten über bekannte Schauspieler, Opernsänger, Maler und Forscher: Herausgeberin Eva Dempewolf verpflichtete 60 Autorinnen und Autoren dazu, in den insgesamt 80 Beiträgen ein lebendiges Bild von der Region zu zeichnen.

Das Midgardhaus in Tutzing aus der Vogelperspektive.
Das Midgardhaus in Tutzing aus der Vogelperspektive. Midgardhaus/oh
Die bekanntesten Bauwerke rund um den Starnberger See sind auf dieser historischen Postkarte zu sehen.
Die bekanntesten Bauwerke rund um den Starnberger See sind auf dieser historischen Postkarte zu sehen. Sammlung Gröber/oh

Food-Historikerin und Gastro-Journalistin Katja Mutschelknaus etwa schrieb neben Beiträgen über das Lieblingsfrühstück des Märchenkönigs Ludwig II. (wachsweiche Möweneier) auch über das Niederpöckinger Tagungshotel La Villa, das Midgardhaus in Tutzing oder das ehemalige Starnberger Delikatessengeschäft Schindler. Kunsthistorikerin Gertrud Rank, Musikwissenschaftler Gero Pitlok oder Gemeindearchivare wie Wolfgang Pusch, Christian Fries, der einstige Leiter der Schlösser- und Seenverwaltung Josef Schwab oder die Chefs von Einrichtungen wie Politische Akademie (Ursula Münch), Evangelische Akademie (Udo Hahn) und Buchheim Museum (Daniel J. Schreiber) sind ebenso vertreten wie Menschen, die sich in ihrer Heimatgemeinde ehrenamtlich engagieren, darunter Wangens Dorfchronist Anton Brunner oder Rosemarie Mann-Stein, Leiterin des Kaiserin-Elisabeth-Museums in Possenhofen. Kinobetreiber Matthias Helwig oder ehemalige Bürgermeister erzählen bunte Geschichten und machen das Buch höchst lesenswert. Denn sie lassen auch ihre persönlichen Erfahrungen einfließen.

Blick auf den Starnberger See bei der Präsentation des Buches "Der Starnberger See": Autorinnen und Autoren versammeln sich mit Herausgeberin Eva Dempewolf und Verleger Michael Volk auf dem Steg des Buchheim Museums in Bernried.
Blick auf den Starnberger See bei der Präsentation des Buches "Der Starnberger See": Autorinnen und Autoren versammeln sich mit Herausgeberin Eva Dempewolf und Verleger Michael Volk auf dem Steg des Buchheim Museums in Bernried. Nila Thiel/Starnberger SZ

Der Starnberger Altbürgermeister Heribert Thallmair etwa schreibt über das Rudern als "erhebendes Gefühl des Dahingleitens". Der heute 86-Jährige rudert noch immer in den Sommermonaten etwa drei Mal wöchentlich. Sein Nachfolger Ferdinand Pfaffinger berichtet über das Starnberger Fischerstechen aus unterschiedlichen Perspektiven: Als ehemaliger Vorstand des Heimat- und Trachtenvereins, als Teilnehmer der Veranstaltung und als ehemaliger Rathauschef. Der mittlerweile verstorbene frühere Bernrieder Bürgermeister Walter Eberl und sein Amtsnachfolger Josef Steigenberger geben einen Überblick über die Geschichte ihres Dorfes. Eberl berichtet zudem über "Dollarkönigin" Wilhelmina Busch-Woods, die maßgeblich dazu beigetragen hatte, dass Bernried das einzige Dorf am Starnberger See ist, in dem der gesamte Uferbereich öffentlich zugänglich ist.

Herausgeberin Eva Dempewolf präsentiert des Buch "Der Starnberger See" im Buchheim Museum.
Herausgeberin Eva Dempewolf präsentiert des Buch "Der Starnberger See" im Buchheim Museum. Nila Thiel/Nila Thiel

Herausgeberin Dempewolf, aufgewachsen in Starnberg, veröffentlichte bereits vor 20 Jahren ein ähnliches Buch. Nach vielen Anfragen entschloss sie sich, ein entsprechendes neues Projekt zu starten. Dabei wurden mehr als zwei Drittel der Beiträge neu geschrieben. Insgesamt zehn Monate Arbeit investierte sie in das Projekt - und konnte damit den Volk-Verlag gewinnen, obgleich ein derartiges Projekt in der heutigen Zeit kaum mehr rentabel sei: Im Gegensatz etwa zur Belletristik könne man mit Sachbüchern heute keine Rendite erzielen, erklärte Verlags-Chef Michael Volk, zumal sich insbesondere die Kosten für Druck, Fotos und Papier massiv erhöht hätten und der Vertriebsanteil über Amazon auf insgesamt 65 Prozent angestiegen sei. Noch vor drei Jahren hätte Volk - ein Buchverlag in München, der vor allem Sachbücher zur bayerischen Kultur und Geschichte publiziert - das 312 Seiten starke Werk weitaus günstiger anbieten können. Es könnte das letzte Buch "ohne Sponsoring" sein, das er herausbringe, erklärte Volk.

Das Fotobuch "Der Starnberger See" ist im Volk Verlag zum Preis von 39,90 Euro erhältlich.

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