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Schifffahrt:Der neue Dampfer für den Starnberger See ist unterwegs

Grafik: Lux-Werft

Der Schwertransport soll in der Nacht in der Starnberger Werft ankommen. Ein Geheimnis umgibt das Schiff aber noch.

Die Flotte der Bayerischen Seenschifffahrt auf dem Starnberger See bekommt Zuwachs: Das neue Schiff, das seit vergangenem Jahr am Rheinufer in der Lux-Werft in Niederkassel (Nordrhein-Westfalen) gebaut wurde, ist 34 Meter lang, etwa acht Meter breit und weist etwa 100 Sitzplätze innen und weitere 100 außen auf.

Ausgelegt ist es auf maximal 300 Personen, zudem können auch Fahrräder mitgenommen werden. Etwa fünf Millionen Euro lässt sich die Schifffahrt ihren neuen Dampfer kosten, der die MS Berg und die ausgemusterte MS Phantasie ersetzen wird.

Das Boot sollte über Rhein, Main und Donau nach Passau geschleppt werden, berichtet der Geschäftsführer der Bayerischen Seenschifffahrt, Michael Grießer. Rumpf und Oberdeck seien dabei provisorisch zusammengeschraubt und würden für den Transport an Land wieder zerlegt. "Ich gehe davon aus, dass das Schiff schon auf der Autobahn unterwegs ist", sagte Grießer am Donnerstagmittag.

Anlieferung in der Nacht auf Freitag

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag zwischen 1.30 und 2 Uhr soll das neue Schiff per Schwertransport in Starnberg angeliefert werden - allerdings in zwei Teilen: Oberdeck und Rumpf reisen getrennt und werden in der Werft am Ufer des Starnberger Sees zusammengefügt. Die Laster nehmen die Garmischer Autobahn A95 und den Abzweig nach Starnberg. Dort geht es über die Strandbadstraße am Landratsamt zur Werft im Nepomukweg. Je nach Verkehr und Vorankommen könne das Schiff auch etwas früher oder später eintreffen, heißt es in der Werft.

Am Freitagmorgen werden die Schiffsteile aufs Trockendock gehievt. Rumpf und Deck werden verschweißt, der Innenausbau erfolgt über die Wintermonate. Bis zum geplanten Saisonstart am 2. April 2021 soll alles perfekt sein. Nur ein Geheimnis gilt es zu lüften: Das Boot mit dem Projektcode "MS 2020" hat noch keinen Namen. Oder wie Grießer es nennt: die "MS Weiß-man-noch-nicht". Beworben haben sich Münsing, Possenhofen, Berg und Tutzing.

© SZ vom 19.11.2020 / phaa, dac
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Von Katja Sebald

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