Starnberger See:Riskante Manöver

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Begegnung der ungleichen Art

Auf Seen gilt nicht "rechts vor links" wie im Straßenverkehr, sondern Berufsschifffahrt vor Freizeitkapitänen. Das gilt auch für Stand-Up-Paddler.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Vertreter der Bayerischen Seenschifffahrt beklagen, dass Stand-Up-Paddler und Schwimmer oft ihre Dampfer beim An- oder Ablegen behindern. Eine Aufklärungsaktion soll Abhilfe schaffen

Von Peter Haacke

Im Grundsatz herrscht Einvernehmen zwischen den vielen Kapitänen, die irgendwie Verantwortung für ein Schiff haben: Auf bayerischen Seen soll es möglichst wenig staatliche Regeln, dafür aber mehr Eigenverantwortung geben, um das allgemein gute Miteinander weiter zu fördern. Allerdings gibt es aus Sicht der etwa 40 Teilnehmer am traditionellen "Dampferessen", zu dem der Bayerische Seglerverband und die Bayerische Seenschifffahrt nach jahrelanger Pause wieder eingeladen hatten, auch großen Aufklärungsbedarf: Während sich die in Vereinen organisierten Segler oder Ruderer auf Starnberger See und Ammersee in der Regel korrekt und professionell verhalten, gibt es oft Verdruss mit Freizeitsportlern: Stand-Up-Paddler, Kanufahrer, Mieter von Elektromotorbooten und auch mit Schwimmern. Sie behinderten oftmals die Linien der Bayerischen Seenschifffahrt, was gerade beim An- und Ablegen an Stegen gefährlich werden kann, hieß es.

Neben Vertretern der Vereine und den Kapitänen der Bayerischen Seenschifffahrt waren auch Klaus Götzl als Vertreter der Gesellschaft für Wirtschafts- und Tourismusentwicklung, der Vorsitzende der Fischereigenossenschaft Würmsee, Andreas Gastl-Pischetsrieder, sowie Anton Dreher (Bootswerft Rambeck) in den Münchner Yachtclub in Starnberg gekommen. Übereinstimmung bestand darin, dass Hobby- und Freizeitsportler vielfach nicht wissen, welche Gefahren unbedachte Handlungen auf dem See mit sich bringen können. "Alle Beteiligten sehen hier erhöhten Aufklärungsbedarf und werden in konzertierten Aktionen Nachhilfe leisten", heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Seenschifffahrt. Im kommenden Jahr sollen daher die Bemühungen insbesondere im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit intensiviert werden durch bessere Information in Vereinen, durch die Seenschifffahrt GmbH und Tourismusorganisationen.

Die Wassersportler wollen bei Veranstaltungen mehr Präsenz zeigen und ihren medialen Auftritt auch mit Hilfe von gedrucktem Info-Material verbessern. Insbesondere die sozialen Medien sollen als Multiplikatoren künftig eine stärkere Rolle spielen. Doch auch Schulen will man in die Aufklärungsarbeit gezielt einbinden: Dietmar Reeh, Präsident des Bayerischen Seglerverbandes, denkt über einen Aktionstag für Schulen nach.

Wichtig sei aber auch weiterhin der regelmäßige Austausch von Vereinen und Bayerischer Seenschifffahrt über Erfahrungen auf den Seen und die Planung notwendiger Aktivitäten. Von Bedeutung erschien den Teilnehmern des Dampferessens zudem die anregung, dass Seeanlieger, die Freizeitsportlern Zutritt zu den Gewässern ermöglichen, ihre Gäste besser aufklären; hier könnte eine Art Grundkurs für die Seenutzung zielführend sein.

Auch die Hersteller von Wassersportgeräten sollen regelmäßig in die Aufklärungsarbeit miteinbezogen werden. Unstrittig ist, dass Polizei, Wasserwachten und Feuerwehren letztlich für die Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung auf den bayerischen Seen zuständig sind. Strafen und Nutzungsverbote gelten dagegen nur als Ultima Ratio: Alle Teilnehmer waren sich einig darin, dass der Kontakt und die Kommunikation mit der Polizei und den Rettungskräften auf den Seen niemals abreißen dürfe.

Die Gesamtproblematik soll beim "Wassersportgespräch", das im Rahmen der Münchner Reise- und Freizeitmesse "Free" am 20. Februar 2020 stattfindet, umfassend thematisiert werden. Zu den Teilnehmern zählen laut Reeh dann auch Vertreter des Bundes Naturschutz und des Landesbundes für Vogelschutz.

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